Das Endergebnis des ersten Wahlgangs

13. Juni 2002, 11:51
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Frankreichs Rechtsbürgerliche vor Mehrheit in Nationalversammlung

Paris - In Frankreich kann des bürgerlich-konservative Lager um Präsident Jacques Chirac mit einer satten Mehrheit in der neuen Nationalversammlung nach dem zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag rechnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erzielte Chiracs neue Sammlungsbewegung "Union für die Präsidentenmehrheit" (UMP) im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag 33,4 Prozent und wurde stärkste politische Kraft vor den Sozialisten (PS). Prognosen zufolge kann die UMP auf eine absolute Mehrheit der 577 Parlamentssitze hoffen. In der ersten Runde errang das bürgerliche Lager die meisten der 58 direkt vergegeben Mandate. Die Eckdaten des vorläufigen Endergebnisses:

   Wahlberechtigte                   40.968.484
   Abgegebene Stimmen                26.389.875
   Gültige Stimmen                   25.831.489

Wahlbeteiligung 64,42 Prozent Wahlenthaltung 35,58 Prozent

Stimmen Prozent

CHIRAC-LAGER 11.268.415 43,62 davon - Union für die Präsidentenmehrheit UMP (Neogaullisten und Liberale) 8.620.145 33,37 - Union für die französische Demokratie UDF (Zentrumsdemokraten) 1.236.463 4,79 - Andere bürgerliche Rechte 1.411.807 5,46

LINKES LAGER 9.301.604 36,02 davon - Sozialisten (PS) 6.142.886 23,78 - Radikalsozialisten (PRG) 389.781 1,51 - Kommunistische Partei (PCF) 1.267.769 4,91 - Grüne 1.145.802 4,44 - Andere linke Gruppierungen 355.366 1,38

RECHTSEXTREME 3.215.550 12,45 davon - Nationale Front (FN) 2.873.551 11,12 - Nationalrepublikanische Bewegung (MNR) 278.276 1,08 - Andere extreme Rechte 63.723 0,25

LINKSRADIKALE 706.932 2,74 davon Arbeiterkampf (LO) 304.099 1,18 Revolutionäre Kommunistische Liga (LCR) 320.615 1,24 Andere Linksradikale 82.218 0,32

UNABHÄNGIGE 1.301.416 5,43 davon Linksrepublikaner 308.678 1,19 Jäger 422.672 1,64 Andere 607.638 2,99

Zur Wahl 2002 bildete Chirac mit seiner neogaullistischen RPR, den Liberaldemokraten (DL) und zahlreichen Politikern der UDF die UMP; gegen die offiziellen Kandidaten dieses Bündnisses traten nicht nur Linke, Rechtsextreme und Unabhängige, sondern auch UDF und verschiedene Bewerber aus RPR und DL auf eigene Faust an. Aus jedem der 577 Wahlkreise wird nur ein Kandidat in die Nationalversammlung gewählt. Alle anderen Stimmen fallen unter den Tisch. Die Entscheidung über die 519 noch nicht vergebenen Mandate fällt in der zweiten Runde am 16. Juni, wobei die einfache Mehrheit reicht. (APA)

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