Ashcroft: Anschlag mit "schmutziger Atombombe" vereitelt

11. Juni 2002, 09:18
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Al Kaida-Aktivist mit US-Pass verhaftet

Washington - Die USA haben möglicherweise einen Terroranschlag mit einer Bombe vereitelt, die auch radioaktives Material enthielt. Wie Justizminister John Ashcroft am Montag während eines Moskau-Aufenthaltes mitteilte, wurde in den USA ein "bekannter Terrorist" gefasst, der an einem Plan zum Bau und zur Explosion einer so genannten "schmutzigen Bombe" arbeitete. Der Anschlag sei in der Region der Bundeshauptstadt Washington vorgesehen gewesen.

Der Mann, dessen Name mit Abdullah Al Mujahir angegeben wurde, habe Verbindungen zur El Kaida und sei bereits im Mai auf dem Chicagoer O'Hare-Flughafen festgenommen worden. Er sei aus Pakistan gekommen, aber offenbar vorher in verschiedenen Ländern gewesen, um an seinen Terror-Plänen zu arbeiten. Er werde nun als "feindlicher Kämpfer" behandelt. Er wurde der Militärjustiz überstellt. Offen blieb zunächst, ob sich das Bombenmaterial bereits in den USA befindet.

Laut Ashcroft haben die USA Hinweise auf die Pläne des festgenommenen El Kaida-Aktivisten aus "unterschiedlichen unabhängigen, sich bekräftigenden Quellen" erhalten. Mujahir sei in den USA Anfang der 90-er Jahre im Gefängnis gesessen. Später habe er sich in Afghanistan und Pakistan aufgehalten, wo er sich mit Funktionären der El Kaida getroffen habe.

Mujahir habe zusammen mit dem Feind trainiert. Er habe sich mit dem Verdrahten von Sprengkörpern und mit dem Präparieren von Bomben mit radioaktivem Material befasst. Für die El Kaida sei Mujahir offensichtlich sehr nützlich gewesen, da er über einen US-Pass verfügte und sich ungehindert in den Vereinigten Staaten bewegen habe können.

FBI: Plan war in der Anfangsphase

Der Plan für einen Terroranschlag mit einer radioaktiven Bombe in den USA befand sich erst in der "Anfangsphase". Das teilte der Chef des Bundeskriminalamts FBI, Robert Mueller, auf einer Pressekonferenz in Washington mit. Es habe sich um ein "Stadium der Diskussionen" gehandelt, "aber reger Diskussionen".

Bei einer "schmutzigen Atombombe" handelt es sich um einen konventionellen Sprengkörper, der radioaktives Material in einem großen Umfeld verbreiten kann, aber in dem keine Kernspaltung ausgelöst wird. (APA/dpa/Reuters/AP)

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