Grüne zählen zu den großen Verlierern

10. Juni 2002, 16:24
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Grosser: Umweltpartei zahlt Zeche für Grabenkämpfe

Paris/Straßburg - Zu den großen Verlierern der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich zählen die Grünen. Den am Montag vorliegenden Ergebnissen zufolge könnte die derzeit aus sieben Abgeordneten bestehende Grünen-Gruppe in der Pariser Nationalversammlung noch weiter schrumpfen. Noch wenige Tage vor der Wahl hatten Spitzenpolitiker der Umweltpartei, die 1997 erstmals in die Nationalversammlung einzog, von zehn möglichen Mandaten gesprochen. Die Grünen kamen im ersten Durchgang nur auf gut vier Prozent der Stimmen.

Als weitgehend sicher galt lediglich die Wahl von Noel Mamere, der im April für die Grünen bei der Präsidentschaftswahl kandidiert hatte. Er erzielte nun in seinem Wahlkreis im südwestfranzösischen Bègles mit 38,5 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis. Chancen werden auch Ex-Umweltminister Yves Cochet im elften Pariser Wahlkreis eingeräumt. Dagegen dürfte Grünen-Chefin Dominique Voynet Mühe haben, sich am kommenden Sonntag im ostfranzösischen Dole gegen ihren konservativen Gegner durchzusetzen. Im Elsass, einst eine Hochburg der Umweltpartei, schaffte kein einziger Grüner den Einzug in die Stichwahl.

Vertreter der Grünen machten für die Schlappe vor allem das Mehrheitswahlsystem verantwortlich, das kleine Parteien deutlich benachteiligt. Für den Politologen Alfred Grosser hingegen zahlt die Umweltpartei nun die Zeche für ihre internen Grabenkämpfe. Zudem hätten die grünen Minister in den fünf Jahren Linksregierung eine sehr schwache Rolle gespielt, sagte Grosser der Nachrichtenagentur AFP. "Sie konnten den Wählern keine überzeugende Bilanz vorlegen." (APA)

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    Schlechte Zeiten für französische Grüne: Der durch interne Grabenkämpfe zerrütteten Partei laufen die WählerInnen davon

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