Swissair-Manager fordern Millionen

10. Juni 2002, 16:09
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Zürich - Gegen die zusammengebrochene SAirGroup mit der traditionsreichen Fluggesellschaft Swissair liegen Milliardenforderungen ehemaliger Manager vor. Unklar ist jedoch, ob sie mit Gehaltsnachzahlungen rechnen können, sagte Swissair- Sachwalter Karl Wüthrich in einem Interview der Boulevardzeitung "Blick".

Zum Stichtag 5. Oktober 2001 wurden gegen die Gruppe Forderungen in Höhe von 38,1 Mrd. Franken (26,1 Mrd Euro) eingereicht. Rund 26 Mrd. Franken werden bestritten, zwölf Mrd. anerkannt. Gedeckt sind rund 1,6 Mrd. Franken. Somit beträgt die voraussichtliche Nachlassdividende zwischen vier und zwölf Prozent. Wüthrich hatte gerade den Gläubigerschutz, die so genannte Nachlassstundung der vier Gesellschaften SAirGroup, SAirLines, Flightlease und Swissair, um je sechs Monate verlängert.

Lohnforderungen

Die Schweizer "SonntagsZeitung" hatte unter Berufung auf das Gläubigerverzeichnis berichtet, dass führende Manager zusammen über 22 Mill. Franken Lohnforderungen angegeben hätten. Der größte Teil entfalle auf Abgangsentschädigungen und langjährige Verträge mit Laufzeiten zum Teil bis Ende 2005. Wüthrich sagte im "Blick", es sei noch offen, ob die Forderungen dieser Manager auch Vorrang hätten.

Den Berichten zufolge soll die Deutsche Bank als viertgrößter Gläubiger der Kreditinstitute 217 Mill. Franken fordern, gefolgt von der Dresdner Bank (195 Mill.). Nach Informationen der "SonntagsZeitung" soll die Deutsche Bank der Swissair kurz vor dem Niedergang im vergangenen Oktober noch 50 Mill. Franken überwiesen haben. Die Zeitung beziffert die Forderungen deutscher Banken auf insgesamt über eine halbe Milliarde Franken. (APA)

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