"Kompletter Blödsinn"

10. Juni 2002, 16:31
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Unschuldiger Boss-Chef hat unter Vorwürfen falscher Verkaufszahlen Hut genommen - konstanter Umsatz erwartet

New York/Metzingen - Der Modekonzern Hugo Boss rechnet in diesem Jahr in den USA trotz der schwierigen Marktsituation weiterhin mit einem konstanten Umsatz. Behauptungen, das Unternehmen habe unter dem inzwischen zurückgetretenen US-Chef Marty Staff die Verkäufe 2001 künstlich aufgeblasen, seien haltlos, sagte Vorstandschef Bruno Sälzer am Montag in New York. Staff, der nach Bilanzierungspannen am vergangenen Montag seinen Hut nahm, würde keines Fehlverhaltens beschuldigt.

Sälzer hält sich derzeit zu Gesprächen mit großen Kunden in den USA auf. In dem wichtigen Markt erzielte BOSS im vergangenen Jahr Umsätze von 177 Mill. Euro. Unterdotierte Rückstellungen und Bestandsdifferenzen von insgesamt acht Mill. Euro hatten jedoch das Ergebnis belastet und schließlich zu Staffs Rücktritt geführt. Die Prüfung der Vorgänge sei inzwischen abgeschlossen, betonte Sälzer.

"Richtige Besetzung"

Der für extravagante Partys und Marketing-Aktionen bekannte Staff sei dennoch die richtige Besetzung an der Spitze der Tochter gewesen. "Marty hat uns aus dem etwas verträumten Herrenmoden-Segment einen großen Schritt in Richtung einer jüngeren und frischen Positionierung vorangebracht", sagte Sälzer. Boss sei in den USA mit einem Anteil von 6,5 Prozent im Bereich der oberen Herrenbekleidung inzwischen führend. "Das hat noch keiner geschafft, in so kurzer Zeit diese Marktanteile hinzuzugewinnen."

Boss habe in den USA trotz des Schocks nach den Terroranschlägen vom 11. September bereits im Dezember 15 Prozent seiner Frühlings- und Sommerware ausgeliefert und damit dort im ersten Quartal 2002 im Vorjahresvergleich einen hohen Umsatzrückgang verursacht, räumte Sälzer ein. "Es ist vielleicht typisch für die Amerikaner, dass sie immer ein bisschen zu optimistisch sind." Der Anteil von 15 Prozent liege zwar höher als früher, sei aber durchaus üblich.

Der Vorwurf, Staff habe damit seinen Jahresbonus aufbessern wollen, sei "kompletter Blödsinn". Durch die anhaltend schwierige konjunkturelle Situation seien nun zwar auch die Rücknahmen von Ware gestiegen, sie würden sich aber immer noch im typischen Rahmen von weniger als zehn Prozent bewegen. (APA)

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