Waldbrand in Colorado: 40.000 Menschen sitzen auf gepackten Koffern

13. Juni 2002, 17:10
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Colorado wurde zum Notstandsgebiet erklärt - 1.800 Feuerwehrleute sehen keine Hoffnung für ein baldiges Ende

Denver - Die Feuersbrunst im US-Bundesstaat Colorado ist bis Donnerstag nicht zu den bedrohten Siedlungen im Süden von Denver vorgedrungen. Die Situation blieb jedoch angespannt: 40.000 Menschen saßen nach Berichten von US-Medien auf gepackten Koffern, um ihre Häuser im Falle eines Evakuierungsaufrufs in kürzester Zeit verlassen zu können. 5.000 haben bereits bei Freunden, in Kirchen und Turnhallen Unterschlupf gefunden.

Feuer noch lange nicht unter Kontrolle

Die schweren Wald- und Buschbrände waren nach Angaben des Feuerinformationszentrums in Boise (Bundesstaat Idaho) keineswegs unter Kontrolle. Brandbekämpfer machten den Einwohnern wenig Hoffnung auf baldige Besserung: "Wir rechnen mit 70 bis 90 Tagen, ehe die Flammen völlig unter Kontrolle sind", sagte Kim Martin, Mitarbeiter der Waldbehörde, schockierten Einwohnern bei einem Informationsabend in einer Turnhalle.

Die Flammen hatten sich bis Donnerstag auf fast 36.000 Hektar Land ausgebreitet. Die ersten von insgesamt 1.800 Feuerwehrleuten aus allen Teilen der USA trafen als Verstärkung der bisher 550 Einsatzkräfte ein. Rund 50 Häuser wurden bereits Opfer der Flammen. Die Behörden schätzten den Schaden am Mittwoch bereits auf 20 Millionen Dollar (21,2 Millionen Euro).

Die Behörden befürchten eine Verwüstung von bis zu 80.000 Hektar Land, falls die Bekämpfung der Flammen durch wechselhafte Winde und Trockenheit weiter erschwert wird. Dichte Rauchwolken stiegen bis zu 7.000 Meter hoch in die Atmosphäre auf.

Schuldiger wird noch gesucht

Der Brand wütet seit Samstag. Er wurde wahrscheinlich durch ein illegales Lagerfeuer ausgelöst. Der Bürgermeister von Denver hat eine Belohnung von 5.000 Dollar (5.300 Euro) für Hinweise auf den Schuldigen ausgesetzt. Die Behörden drohten rigorose Strafverfolgung an. "Wir müssen ein Exempel statuieren und klar machen, dass unverantwortliches Benehmen in keiner Weise toleriert wird", sagte Bürgermeister Wellington Webb. (APA/dpa)

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