Zweite Runde der Parlamentswahl in Frankreich

14. Juni 2002, 11:32
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Es reicht die einfache Mehrheit - Stichwahl in 519 von 577 Wahlkreisen - Nur zehn "Dreierkämpfe"

Paris - In der zweiten Runde der Parlamentswahl am kommenden Sonntag sind noch 519 der insgesamt 577 Abgeordnetensitze in der französischen Nationalversammlung zu vergeben. In 506 Wahlkreisen stehen sich jeweils zwei Kandidaten in so genannten "Duellen" gegenüber, in den allermeisten Fällen kommt es zu einer klassischen Stichwahl zwischen Rechts und Links. 58 Kandidaten haben bereits in der ersten Runde am 9. Juni in ihren Wahlkreisen die absolute Mehrheit erreicht und sind damit für fünf Jahre gewählt. 56 von ihnen gehören zum bürgerlich-konservativen Lager von Staatspräsident Jacques Chirac.

Zur Teilnahme an der zweiten Runde berechtigt sind Kandidaten, welche im ersten Durchgang die Stimmen von mindestens 12,5 Prozent der eingeschriebenen Wähler des Wahlkreises erhalten haben. In zehn Wahlkreisen kämpfen am Sonntag drei Bewerber um ein Abgeordnetenmandat. In neun Fällen müssen sich die Wähler dabei zwischen Kandidaten der Rechten, der Linken und der extremen Rechten entscheiden. Für den Sieg bei diesen so genannten "Dreikämpfen" (Triangulaires) reicht die einfache Mehrheit.

Insgesamt schaffte die rechtsextreme "Nationale Front" (FN) von Jean-Marie Le Pen nur in 37 Wahlkreisen den Einzug in die zweite Runde. In drei Wahlkreisen gibt es nur noch einen Kandidaten, da der Zweitplatzierte nicht mehr antritt.

Nach allen Umfragen steht Chiracs neue "Union für die Präsidentenmehrheit" (UMP) vor einem klaren Sieg. Hochrechnungen sagen der bürgerlichen Rechten mindestens 360 Sitze in der neuen Nationalversammlung voraus.(APA/AP)

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