Australische Kirche räumt Schweigegeld für Missbrauchs- Opfer ein

10. Juni 2002, 14:29
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Erzbischöfe weisen Vorwürfe zurück

Sydney - Die katholische Kirche in Australien hat eingeräumt, Ausgleichszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester an Schweigeklauseln gebunden zu haben. Die Kirchenführung sei sich aber dieser Passagen in den Vereinbarungen offensichtlich gar nicht bewusst gewesen, sagte der Kirchenanwalt John McCarthy nach Angaben der australischen Nachrichtenagentur AAP vom Montag. Die Erzbischöfe von Sydney und Melbourne, George Pell und Denis Hart, hatten am Samstag in Zeitungsanzeigen erneut Vorwürfe zurückgewiesen, man habe mit Entschädigungszahlungen an Opfer "Schweigen zu erkaufen" gesucht. Zudem hatten sie sich in den Anzeigen für Missbrauchsfälle durch Prieser entschuldigt.

Der Anwalt McCarthy sagte den Angaben zufolge, bei den betreffenden Passagen in den Vereinbarungen zwischen der Kirche und Opfern handele es sich um "standardisierte Verschwiegenheitsklauseln", wie sie sich bei anderen Schadensersatzübereinkünften auch fänden. Wahrscheinlich habe die Kirchenführung davon nichts gewusst. Nach seinen Einschätzung sind von den Klauseln eine "größere zweistellige Zahl, aber nicht Hunderte von Opfern" betroffen. Die katholische Kirche des Landes war unter Druck geraten, nachdem am Sonntag die Zeitung "Sun-Herald" Einzelheiten einer Übereinkunft mit einem Opfer veröffentlicht hatte, worin sich die Schweigevereinbarungen befanden. (APA/dpa)

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