Gerhard Abraham übernimmt Mandat Leikams

11. Juni 2002, 10:57
posten

Parteiinterne Kritik am Krisenmanagement - Mock wird St. Veiter SPÖ-Bezirksvorsitzender

Klagenfurt - Der Parteivorstand der Kärntner SPÖ diskutierte am Montagvormittag die Frage, wer für den zurück getretenen Kärntner Mandatar Anton Leikam in der Nationalrat einzieht. Dabei wurde laut Parteivorsitzendem Peter Ambrozy beschlossen, dass man sich an die Reihung der Kandidaten im Wahlkreis halten werde. Somit wird Gerhard Abraham, 55, aus Wolfsberg für den Rest der Legislaturperiode als Abgeordneter im Parlament sitzen.

Ambrozy übte bei einem Pressegespräch in Klagenfurt Kritik am Krisenmanagement in der Causa Leikam. Der Abgeordnete hatte mit zwei Promille einen Verkehrsunfall verursacht. Seine Kritik richtete sich auch an Leikam: "Das lange Nicht-Öffentlich-Machen hat die Sache sehr erschwert." Ambrozy betonte neuerlich, dass das Verhalten Leikams unentschuldbar sei, der SP-Vorstand habe die Vorgangsweise rund um seinen Rücktritt aber ebenfalls "nicht goutiert". Man werde nun aus dieser Sache lernen und das Krisenmanagement verbessern, wozu auch die interne Kommunikation gehöre.

Der St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock (48) wurde Montag am Abend zum geschäftsführenden SPÖ-Bezirksobmann bestellt. Mock war bisher einer der beiden Stellvertreter Leikams und ist auch Stadtparteiobmann von St. Veit/Glan. Er wird die Bezirksorganisation vorerst bis zu einer außerordentlichen Bezirkskonferenz führen, die im Oktober stattfinden wird. Ob er für den Bezirksvorsitz kandidieren wird, lässt der Bürgermeister noch offen. "Wir stehen vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl", sagte er. "Ich werde einmal sehen, was da alles anfällt."

Breiten Raum in der Sitzung der Bezirksparteileitung nahm die Diskussion um den Abgang von Leikam ein. Dabei wurde mit massiver Kritik an der Bundespartei nicht gespart. "Die Art und Weise, wie der Toni abserviert wurde, sollte es eigentlich in einer Partei nicht geben", so Mock. "Wien ließ ein Krisenmanagement völlig vermissen." Seitens aller Funktionäre sei einhellig festgehalten worden, dass "man sich so etwas in Zukunft nicht mehr gefallen lassen darf".

Mock bedauert, dass mit dem Rückzug Leikams aus der Politik der Bezirk St. Veit/Glan nicht mehr im Parlament vertreten sei. "Wir müssen jetzt trachten, das Beste daraus zu machen", sagte er.(APA)

Share if you care.