Doch keine "Blasmusik-Akademie"

10. Juni 2002, 14:22
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Gutachten gab den Ausschlag für den Planungsstop - Inititator startet statt dessen "Blasmusik-Offensive"

Graz - Die in der Planung schon weit fortgeschrittene steirische "Blasmusik-Akademie" kommt nun doch nicht. Wie der zuständige Referent der Landesregierung, LHStv. Leopold Schöggl (F), am Montag in Graz berichtete, habe ein Gutachten gezeigt, dass Nachfrage und Auslastung zu gering und die Betriebskosten für eine Realisierung zu hoch seien. Als Alternative kündigte Schöggl den Ausbau des Angebots im Landeskonservatorium Graz sowie einen Investitionsschub für Musikheime im ganzen Land an.

Betrieb trägt sich nicht selbst

Ende September 2003 hätte die "österreichweit erste Musikakademie" in St. Stefan ob Stainz starten sollen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten waren ursprünglich mit 8,72 Mill. Euro beziffert worden. Wie sich nun herausstellte, wäre zwar die Errichtung über ein Leasingmodell finanzierbar, für den Betrieb, der sich nicht - wie gehofft - selbst tragen würde, müsste aber ein Zuschussbedarf des Landes von rund 350.000 Euro pro Jahr einkalkuliert werden.

Schwaches Feedback

Weil gleichzeitig das Feedback von den knapp 400 Blasmusikkapellen und anderen Musikinstitutionen bezüglich künftiger Nutzungsabsichten sehr schwach war, habe er sich entschlossen, das Vorhaben abzublasen, so Schöggl. Die bereits getätigten Investitionen von unter einer Mill. Euro für Grundstück, Planung und Wettbewerb seien großteils nicht verloren.

Trotzdem: Blasmusik-Offensive

Im Gegenzug kündigte Schöggl "eine Blasmusik-Offensive, wie es sie im Land noch nie gegeben hat", an. Im kommenden Winter sollen 2,3 Mill. Euro im Rahmen einer Bauoffensive in die Verbesserung von Musikheimen investiert werden. Außerdem sei daran gedacht, die Weiterbildungsmöglichkeiten am Landeskonservatorium Graz zu verbessern. (APA)

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