Shell Austria hat im Vorjahr zugelegt

10. Juni 2002, 14:25
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Tankstellen bekommen schlechtes Fluggeschäft zu spüren

Wien - Shell Austria hat im abgelaufenen Jahr 2001 die Gewinne kräftig gesteigert, das Investitionsvolumen in Österreich verdoppelt und inklusive Tochterfirmen rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bei einem auf 2,134 Mill. t (nach 1,976 Mill. t) gestiegenen Absatz kletterte der Umsatz samt Verbrauchssteuern auf 1,823 (1,704) Mrd. Euro, ohne sank er auf 1,010 (1,027) Mrd. Euro. Die Zahl der Tankstellen wurde trotz einiger aus dem Avanti-Joint-Venture übernommenen Stationen weiter auf 343 (353) verringert.

Am lukrativsten war für Shell Austria 2001 die Beteiligung an der Öl- und Gaskonzession in Ägypten. Allein 82,3 (20,3) Mill. Euro des gesamten Jahresüberschusses von 92,9 (31,8) Mill. Euro resultierten nämlich aus diesem E&P-Bereich. Das hohe E&P-Ergebnis, das auch wegen des hohen Ölpreises von 24 Dollar/Fass zustande kam, werde sich heuer nicht wiederholen lassen, erklärte das Shell-Management am Montag vor Journalisten. Die Ölprodukte, zu denen vor allem der heimische Treibstoffbereich zählt, steuerten 13,3 (13,9) Mill. Euro bei. Von Chemikalien (-0,5 nach 0,1 Mill. Euro) und den Finanzen (-2,2 nach -2,5 Mill. Euro) kamen negative Beiträge.

Rang Drei auf österreichischem Markt

Bei den Ölprodukten für sich betrachtet steuerten die Tankstellen insgesamt 18,9 (13,9) Mill. Euro bei (79 Prozent davon Shops, Waschanlagen und Schmierstoffe, aber nur 10 Prozent die Treibstoffe), das Fluggeschäft (Aviation) auf Grund der nach dem 11. September schwierigeren Marktsituation - Ausfall von Großkunden und das Quasi-Monopol der AUA-Gruppe - nur noch 0,8 (4,0) Mill. Euro. Der Großkunden/Commercial-Sektor blieb mit -0,7 (-2,0) Mill. Euro auch wegen erhöhter Forderungsausfälle negativ, in der Versorgung waren es wegen der hier ebenfalls niedrigen Margen -4,6 (1,2) Mill. Euro.

Mit 344 Tankstellen und einem Marktanteil von 16,8 Prozent belegt Shell den dritten Rang am heimischen Treibstoffmarkt, nach dem Marktführer BP/Aral mit 607 Stationen und 24,0 Prozent Marktanteil bzw. der zweitplatzierten OMV mit 543 Tankstellen und 20,0 Prozent. Von Ende 1988 bis Ende 2001 ist die Zahl der Tankstellen in Österreich von 4.061 auf 2.878 gesunken, wobei die "Majors" um 40 Prozent auf 1.962 (3.254) abgebaut, die "freien" Betreiber aber um 246 Stück auf 916 (670) expandiert haben. Viele "Kleine" müssten dabei offenbar nicht die selben Umweltauflagen wie die "Großen" erfüllen, wurde beklagt.

Starkes Wachstum im Shop-Bereich

Besonders erfolgreich ist Shell Austria nach eigenen Angaben mit den Tankstellen-Shops unterwegs, deren Umsätze in Österreich generell doppelt so stark wie in Deutschland wachsen würden. Von den 343 Stationen sind etwa 300 mit einem Select- oder Shell-Shop ausgestattet. Die Einkommen der Tankstellen-Pächter, die 2001 gestiegen seien, resultieren laut Shell zu 30 Prozent aus Treibstoffen, zu 34 Prozent von Schmierstoffen und Folgegeschäft, zu 19 Prozent von den Waschanlagen und zu 17 Prozent aus anderen Dienstleistungen.

Das EGT konnte Shell Austria im Vorjahr auf 92,9 (33,0) Mill. Euro verdreifachen, wobei sich das Finanzergebnis von -5,3 auf 44,9 Mill. Euro verbesserte. Der Cash Surplus sei auf 103,1 (81,6) Mill. Euro gestiegen, das Eigenkapital um mehr als 48 Mill. auf 221 Mill. Euro verbessert worden, was einer Eigenkapitalquote von 57 Prozent entspricht, erläuterte Finanzvorstand Martin Theyer. Die Verbindlichkeiten habe man um 90 Mill. auf 134 Mill. Euro reduziert. Die Mitarbeiterzahl in Österreich erhöhte sich - nach Tiefständen 1999/2000 - im Vorjahr samt Tochtergesellschaften wieder auf 531 (422), davon waren 227 (225) bei der Shell Austria AG tätig. In Österreich wurde im Vorjahr mit 9,4 Mill. Euro ebenso viel investiert wie in Ägypten, ins heimische Tankstellengeschäft wurden unverändert knapp 8 Mill. Euro gesteckt. (APA)

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