Trapattoni bot Rücktritt an

10. Juni 2002, 14:13
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Italiener zeigen vor der entscheidenden Partie gegen Mexiko Nerven - Nesta, Maldini, Di Biagio und Zanetti angeschlagen

Sendai/Japan - Bei der italienischen Nationalmannschaft liegen nach der 1:2-Niederlage gegen Kroatien und dem möglichen vorzeitigen Scheitern die Nerven blank. Giovanni Trapattoni reagierte sehr dünnhäutig auf die harsche Kritik aus der Heimat und bot sogar seinen Rücktritt an: "Mir gefällt der Trainerstuhl, aber es wäre kein Problem, ihn zu verlassen", zitierte die "La Repubblica" den Teamchef, der am Montag statt des geplanten freien Tages ein Sondertraining ansetzte.

"Schiedsrichter machen Fehler"

"Wir müssen jetzt Mexiko schlagen", fordert der 63-jährige "Maestro", dessen Spieler noch immer gegen Linienrichter Jens Larson, der Italien zwei Tore aberkannt hatte, wettern. "Man hätte ihn erschießen sollen", schimpfte Christian Vieri, dem ein regulärer Treffer wegen angeblichen Abseits aberkannt worden war. Verbandspräsident Franco Carraro aber forderte am Montag die Spieler auf, die Diskussion endgültig zu beenden. "Schiedsrichter machen Fehler - aber weniger als die Spieler", sagte er. Nach Informationen des "Corriere della Sera" wird Larson von der FIFA nicht mehr eingesetzt.

"Ich bin doch nicht verblödet"

Trapattoni wollte die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns jedoch nicht als Entschuldigung für die Niederlage gelten lassen. Sehr viel erboster als über die Fehler der Unparteiischen war "Trap" über die Angriffe aus der Heimat. "Ich bin doch nicht verblödet", wehrte er sich gegen die Kritik an seiner defensiven Anfangsformation gegen die Kroaten, in der mit Filippo Inzaghi die zunächst angekündigte zweite Spitze fehlte. "Ich bin seit 25 Jahren Trainer und habe mir jede mögliche Formation gut überlegt", stellte Italiens erfolgreichster Trainer aller Zeiten klar.

Schwere Verletzungssorgen

Vor dem "Endspiel" gegen Mexiko am Donnerstag in Oita wollte "Trap" keine Einzelheiten mehr über seine Aufstellung preis geben. "Jetzt denke ich nur daran, die Verletzten wieder fit zu bekommen", meinte der Trainer des dreifachen Weltmeisters. Lazio Roms Abwehrstar Fabio Nesta, Kapitän Paolo Maldini sowie die Mittelfeldspieler Luigi Di Biagio und Cristiano Zanetti sind angeschlagen. Vor allem ohne Zentralverteidiger Nesta wäre Italien deutlich geschwächt. Als der Römer im Spiel gegen Kroatien wegen einer Fußverletzung gehen musste, fielen innerhalb weniger Minuten die beiden Gegentore.

"Es liegt in unserer Hand"

Italien wäre mit einem Sieg gegen Mexiko fürs Achtelfinale qualifiziert. Sollte Kroatien gleichzeitig Ecuador schlagen, würde das bessere Torverhältnis über den Gruppensieg entscheiden. "Es liegt in unserer Hand. Aber wenn wir gegen Mexiko verlieren, haben wir verdient, nach Hause zu fahren", sagt Trapattoni. (APA/dpa)

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    Giovanni Trapattoni versteht die persönlichen Angriffe aus Italien nicht. Schließlich ist er seit 25 Jahren Trainer und versteht sein Geschäft.

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