SPD weist Tolerierungsangebot der PDS zurück

10. Juni 2002, 14:02
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Müntefering: "Verlorene Wählerstimmen für Schröder"

Berlin - Der Generalsekretär der deutschen SPD, Franz Müntefering, hat das Angebot der PDS zurückgewiesen, seiner Partei nach der Bundestagswahl durch Tolerierung zur Macht zu verhelfen. Müntefering sagte am Montag nach einer SPD-Präsidiumssitzung in Berlin: "Es wird nach der Bundestagswahl keine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit der PDS geben." Die SPD werde sich bei der Wahl des Bundeskanzlers nicht auf die PDS-Stimmen stützen. "Die Wählerstimmen für die PDS sind verloren für Gerhard Schröder", sagte Müntefering. In Ostdeutschland ist die PDS die Haupt-Konkurrenz für die SPD.

Der Berliner Wirtschaftssenator und ehemalige PDS-Fraktionschef Gregor Gysi hatte am Wochenende eine Tolerierung einer SPD-geführten Regierung durch die PDS in Aussicht gestellt. Es könne so sein, dass nach der Wahl eine Regierung unter SPD-Führung unter Einschluss der PDS die einzige Alternative zu einer großen Koalition sei. "Dann wird es an uns nicht scheitern, dass der Kanzler nicht (Edmund) Stoiber heißt, ohne dass wir in eine Koalition gehen", sagte Gysi der "Leipziger Volkszeitung". In den Umfragen liegt die SPD seit Wochen hinter der Union, hat aber in den jüngsten Umfragen leicht zugelegt. (APA/Reuters)

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