Kein Stückwerk

10. Juni 2002, 13:57
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Die Österreichische Fotogalerie wird nicht aufgeteilt und bleibt als Dauerleihgabe im Salzburger Rupertinum

Salzburg - Die Österreichische Fotogalerie wird nicht zerstückelt, sondern bleibt als Ganzes in Salzburg. Das haben Kunststaatssekretär Franz Morak, Landeshauptmann Franz Schausberger und Kulturlandesrat Othmar Raus vertraglich vereinbart und Montag bekannt gegeben. Damit wird Salzburg zum bedeutendsten Standort österreichischer Gegenwartsfotografie in Westösterreich.

Fruchtloses Bemühen der Albertina

Jahrelang haben sich die Wiener Albertina und das Rupertinum um diese aus 15.000 Exponaten bestehende Fotosammlung österreichischer Fotografen der Nachkriegszeit bemüht, nach zähen Verhandlungen ist jetzt die Entscheidung für Salzburg gefallen. Das Rupertinum hat sich im Gegenzug verpflichtet, die Sammlung zu pflegen, zu bearbeiten, digital zu katalogisieren und auszustellen.

Extra-Budget

Für die Erweiterung - also Käufe aktueller Fotos - versprach Morak knapp 100.000 Euro jährlich, auch das Land Salzburg werde investieren, so Raus. Vorgesehen seien zwei Mill. Euro für Ankäufe sowie neue Depots für das bestehende Haus und das neue Museum auf dem Mönchsberg. Die Kosten für Betrieb, Computer und Mieten übernehmen Land und Bund zu gleichen Teilen.

Kein reines Fotomuseum

Ein reines Fotomuseum wird das Rupertinum dennoch nicht. Direktorin Agnes Husslein sagte, das Rupertinum sei ein Museum mit zwei Standorten und einem Konzept. Fotos sollen im neuen Museum auf dem Mönchsberg genauso gezeigt werden wie Malerei und Grafik im alten Rupertinum beim Festspielhaus. Durch die Sicherung der Sammlung für Salzburg habe das Rupertinum jetzt die Aufgabe, der Gegenwartsfotografie auch in Salzburg jenen Stellenwert zu verschaffen, den sie international längst hat, so Husslein und Morak. Die Sammlung umfasst Werke von rund 300 österreichischen Fotokünstlern, darunter Inge Morath, Ernst Haas oder Franz Hubmann. (APA)

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