Merrill Lynch senkt Prognosen für Nokia - dennoch: "strong buy"

10. Juni 2002, 13:35
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Weltweit nur mehr Verkauf von 385 Millionen Handys erwartet

Helsinki - Die Analysten von Merrill Lynch haben am Montag wegen des unverändert schwierigen Umfelds in der Telekom-Branche ihre Prognosen für den weltweiten Absatz von Handys für 2002 und 2003 gesenkt. Auch beim Weltmarktführer Nokia erwartet Merrill in diesem und nächstem Jahr nun weniger Gewinn und Umsatz. Das Institut prognostizierte zudem einen sinkenden Weltmarktanteil des finnischen Konzerns, der am Dienstag einen Zwischenbericht zum laufenden Quartal geben will.

Für 2002 rechnet Merrill nach Angaben von Montag weltweit mit 385 Mill. verkauften Handys. Damit reduzierte die Bank ihre bisherige Prognose um sechs Prozent. Für 2003 senkte Merrill die Absatzprognose sogar um elf Prozent auf 410 Mill. Stück. "Die jüngsten Entwicklungen bei den Zulieferern deuten allesamt auf Auftragsverschiebungen und Verzögerungen bei der Herausgabe neuer Handys hin", begründeten die Analysten den schwächeren Branchenausblick.

Nokia mit neun Prozent weniger

Beim finnischen Branchenprimus Nokia erwartet die Bank für 2002 nun mit 0,73 Euro Gewinn je Aktie neun Prozent weniger als bisher. Auch für 2003 senkte Merrill die Gewinnerwartung um neun Prozent auf 0,71 Euro je Aktie. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche schloss Merrill nicht aus, dass der Weltmarktanteil von Nokia bei Mobiltelefonen bis 2004 auf 33 Prozent sinken könne. Für dieses Jahr schätzt Merrill den Anteil Nokias auf 35 Prozent. Die Nokia-Umsatzprognosen reduzierte das Institut für 2002 um sieben und für 2003 um 14 Prozent. Dennoch bekräftigte Merrill seine Empfehlung für die Nokia-Titel mit kurzfristig "Neutral" und langfristig "Strong Buy".

Unterdessen stuften die Analysten von J.P. Morgan die Aktien von Nokia hoch auf "Market Perform" von "Market Underperform" und hoben auch die Empfehlung für die Papiere des schwedischen Konkurrenten Ericsson an. Allerdings gab die Bank zugleich einen ähnlich schwachen Marktausblick wie Merrill Lynch und verwies auf die anhaltenden strukturellen Probleme der Branche. Nokia-Titel drehten nach den Analysten-Äußerungen geringfügig ins Minus. Bis gegen Mittag gaben die Papiere an der Börse in Helsinki gegen den Markttrend um 0,07 Prozent nach auf 12,97 Euro.

Den schwächeren Ausblick auf die seit längerem arg gebeutelte Telekom-Branche veröffentlichte Merrill nur einen Tag vor dem von Nokia angekündigten Zwischenbericht zum laufenden Quartal. Analysten rechnen damit, dass der Konzern erneut seine Umsatzprognosen senken, seine Gewinnziele aber bekräftigen wird. (APA/Reuters)

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