Software-Piraterie: In Österreich jedes dritte Programm illegal

10. Juni 2002, 14:14
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43,3 Millionen Euro Schaden

Wien - Entgegen dem europäischen Trend ist die Software-Piraterie in Österreich im Jahr 2001 zurückgegangen. Wie der Branchenverband Business Software Alliance (BSA) am Montag, mitteilt, sank der Anteil von illegal genutzter Standardsoftware in österreichischen Unternehmen im Vorjahr von 37 auf 33 Prozent. Auch der Schaden durch Raubkopien ging von 79,6 Mill. auf 43,3 Mill. Euro zurück.

Weltweit stieg im Vorjahr dagegen die Raubkopierrate von 37 auf 40 Prozent, in Westeuropa von 34 auf 37 Prozent. Der weltweite Schaden betrug im Vorjahr laut BSA, die sich dabei auf Untersuchungen des Marktforschungsinstitutes IPR beruft, knapp 11 Mrd. US-Dollar (11,7 Mrd. Euro).

Intensive Aufklärungsarbeit

Den Rückgang der Software-Piraterie in Österreich führt Georg Herrnleben, BSA-Regionalmanager für Zentraleuropa, auch auf die intensive Aufklärungsarbeit zurück, die der Verband im Vorjahr in Wien und Oberösterreich durchgeführt hat. "Wir werden diese Strategie in Zukunft im gesamten deutschsprachigen Raum weiterführen", so Herrnleben. In Westeuropa nimmt Deutschland mit einem Anstieg der Raubkopierrate um 6 Prozentpunkte auf 34 Prozent und einer Schadensbilanz von 762 Mill. Euro den ersten Rang ein.

Der Schaden durch Piraterie ist zwar weltweit von 11,8 auf 10,9 Mrd. Dollar zurückgegangen, die Piraterierate liege mit 40 Prozent aber weiter auf einem Niveau von 1997. Nur zwei Regionen, Lateinamerika und der Mittlere Osten, konnten die Raten auf 57 bzw. 51 Prozent senken. In Afrika stieg die Rate von 52 auf 53 Prozent und die Schadenssumme von 136 auf 147 Mill. Dollar.

Starker Anstieg in Osteuropa

Überdurchschnittlich gestiegen ist die Softwarepiraterie 2001 in Osteuropa. Der Anteil erhöhte sich um 4 Prozentpunkte auf 67 Prozent, der Schaden wuchs von 404 auf 435 Mill. Dollar. Die Ukraine und Russland weisen mit 87 Prozent die höchste Rate in Osteuropa auf, gefolgt von Bulgarien und Rumänien mit 75 Prozent gewerblichen Raubkopien.

Asien und der Pazifische Raum bilden ein "fast geschlossenes negatives Bild", heißt es. Die Piraterierate liegt bei 54 Prozent, der Schaden bei 4,7 Mrd. Dollar. In dieser Region finden sich auch die drei Länder mit den höchsten Piraterieraten: Vietnam mit 94 Prozent, China mit 92 Prozent und Indonesien mit 88 Prozent.

Nordamerika verzeichnet dagegen sinkenden Schaden und eine stagnierende Raubkopierrate. Der Schaden sank beinahe um ein Drittel von 2,9 auf 2,0 Mrd. Dollar, der Anteil der Raubkopien stieg leicht von 25 auf 26 Prozent. (APA/dpa)

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