Energiebereich der Stadtwerke Graz ist 88 Millionen Euro teuer

10. Juni 2002, 18:10
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Wunschkäufer des Landes ist die Estag

Graz - Der Kaufpreis für die 49 Prozent des Energiebereiches der Grazer Stadtwerke durch die im Bieterverfahren erstgereihte Energie Steiermark Holding AG (Estag) soll rund 88 Mill. Euro betragen. Dies berichtete die Grazer Wochenzeitung "Die Woche" in ihrer jüngsten Ausgabe. Bestätigt wurde der Kaufpreis allerdings weder von der Estag noch vom zuständigen Stadtrat Siegfried Nagl (ÖVP). Auch die mit der Bewertung der Angebote von vier Energieunternehmen beauftragte Wiener Utility Consulting Group (UCG) hielt sich bedeckt.

Der Verkauf an die Estag wäre die Wunschlösung für des Landes und ist für die Erfüllung des Budgets von großer Bedeutung. Außer der Estag haben sich noch die deutsche RWE, die Leipziger Stadtwerke und der texanische Energiekonzern TXU beworben. Die TXU soll der "Grazer Woche" zu Folge 54 Mill. Euro, die Leipziger 35,8 Mill. Euro und die RWE 33,8 Mill. Euro geboten haben. Aus dem Büro von Finanzstadtrat Nagl war zu hören, dass man in einem "schwebenden Verfahren keine Auskünfte erteilen" könne.

Gespräche

Bis Mitte Juni werden noch Gespräche seitens der Stadtwerke mit der Estag geführt. Am 4. Juli soll dann das Verhandlungsergebnis im Grazer Gemeinderat präsentiert werden. Der Stadtwerke-Vorstand gab keine detaillierten Äußerungen zum Verhandlungsstand ab.

Die Endphase des Verfahrens zur Privatisierung des Energiebereiches der Stadtwerke war zuletzt von Misstönen begleitet. So hatte sich RWE-Vorstand Klaus Bussfeld Ende Mai in einem "Wirtschaftsblatt"-Gespräch "überrascht" von der Abwicklung des Privatisierungsverfahrens gezeigt. "Wir haben von der mit der Privatisierung beauftragten Utility Consulting Group eine Mitteilung erhalten, dass die Stadt Graz vorerst nur mit dem angeblichen Bestbieter über Details sprechen will und dann vielleicht mit den anderen drei Interessenten", so Bussfeld.

Sollte es keine Gespräche des Eigentümers mit der RWE geben, wäre dies gegen alle schriftlichen und mündlichen Zusicherungen, die man von der Stadt Graz und der UCG erhalten habe," so der Vorstand, der auch "über Konsequenzen nachdenken" wollte. (APA)

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