Caritas sieht Hoffnungsschimmer für Flüchtlingsversorgung

10. Juni 2002, 12:23
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Küberl begrüßt Konzept für Gestaltung der Bundesbetreuung

Wien - Caritas-Präsident Franz Küberl hat am Montag das Konzept für eine menschenwürdigere Gestaltung der Bundesbetreuung für Flüchtlinge begrüßt. Es sei ein Hoffnungsschimmer für die Flüchtlingsversorgung. Innenminister Ernst Strasser (V) liege mit seinen "ambitionierten Vorschlägen dabei im Mainstream Europas, denn im April wurde die EU-Richtlinie zu den Mindeststandards zur Aufnahme und Betreuung von Asylwerbern beschlossen und soll in 18 Monaten in den Mitgliedstaaten umgesetzt sein".

Gleichzeitig bedauerte Küberl, dass die Verhandlungen bezüglich der Finanzierung zwischen Bund und Ländern stockten. "Es wäre sinnvoll, dass in der Flüchtlingsbetreuung alle in einem Boot sitzen und in die selbe Richtung rudern. Denn es geht um Menschen, die Hilfe notwendig brauchen."

Ein Drittel in Bundesbetreuung

Derzeit sei etwa ein Drittel der Asylwerber in Bundesbetreuung untergebracht, ein Teil davon in Pensionen. "In diesen Fällen kann man wohl nur von 'Bundesverwahrung', aber nicht von Bundesbetreuung sprechen", erklärt Küberl und hofft, "dass im neuen Konzept den Menschen mit einer adäquateren Betreuung geholfen wird." Was auf keinen Fall passieren dürfe, sei eine Unterschreitung der EU-Standards, das hieße, mehr Flüchtlinge in Bundesbetreuung aufzunehmen, aber eine geringere Unterstützung zu gewähren.

Nach den jüngsten Daten des Innenministeriums waren mit Stand Anfang Mai 6.390 Personen in Bundesbetreuung. Davon waren 5.239 Asylwerber. Die meisten von ihnen sind in Gasthöfen untergebracht (4.375). In der Betreuungsstelle Traiskirchen gibt es 752 Personen in sogenannten Übergangswohnungen und 228 Asylwerber, in der Betreuungsstelle Bad Kreuzen 38 Übergangswohnungen und 124 Asylwerber. Die Betreuungsstelle Mödling weist vier Asylwerber und 113 Flüchtlinge auf. In der Betreuungsstelle Reichenau sind 52 Asylwerber untergebracht, in der Betreuungsstelle Thalham 96 Asylwerber und 80 Flüchtlinge. Die Betreuungsstelle Nußdorferstraße beherbergt 94 Asylwerber und einen Flüchtling. In Kaiserebersdorf sind 167 Flüchtlinge untergebracht, in privaten Wohnungen gibt es 266 Asylwerber. (APA)

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