Raubkopierate in Österreich sinkt um 4 Prozent

10. Juni 2002, 12:29
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Business Software Alliance veröffentlichte Pirateriestatistik 2001 - Die Top Ten der Raubkopierländer

In der von der Business Software Alliance (BSA) veröffentlichten Pirateriestatistik 2001 zeigen sich erste Erfolge im Kampf gegen illegale Software in Österreich: Entgegen dem europäischen Trend sank 2001 der Anteil illegal genutzter Standardsoftware in österreichischen Unternehmen auf 33 Prozent (2000: 37 Prozent). Auch der Schaden durch Raubkopien ging zurück: von 79,6 Millionen auf 47,3 Millionen Euro. Weltweit stieg die Raubkopierate von 37 auf 40 Prozent, in Westeuropa von 34 auf 37 Prozent.

Höchste Schadensumme in Deutschland

Deutschland verzeichnet einen Anstieg um sechs auf 34 Prozent und nimmt mit einer Schadensumme von rund 762 Millionen Euro den ersten Platz in Europa ein (2000: 649 Millionen Euro). Der weltweite Schaden betrug 10,97 Milliarden US-Dollar (12,26 Milliarden Euro). Die Zahlen ergeben sich aus einer Untersuchung, die vom unabhängigen Marktforschungsinstitut IPR seit 1994 jährlich durchgeführt wird.

Asien/Ozeanien vor Westeuropa

Die Region mit dem höchsten Schaden durch Raubkopien war wie in den Jahren zuvor, auch 2001 Asien/Ozeanien mit rund 4,7 Milliarden US-Dollar (USD). Dahinter lag auf dem zweiten Rang Westeuropa. Aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation sank der Verlust von 3,08 Milliarden US-Dollar im Jahr 2000 auf 2,66 Milliarden US-Dollar (2,97 Milliarden Euro). Die Raubkopierate stieg allerdings um drei auf 37 Prozent. Osteuropa blieb mit einer Steigerung von 63 auf 67 Prozent auch im vergangenen Jahr Spitzenreiter bei der Raubkopierate. Nordamerika ist weiterhin die Region mit dem geringsten Piraterieanteil (26 Prozent), wobei in den USA mit einer Rate von 25 Prozent anteilsmäßig die wenigsten Raubkopien im Umlauf sind.

Softwarepiraterie in Österreich und Westeuropa

Die BSA führt den Rückgang der Piraterierate in Österreich auch auf die intensive Aufklärungsarbeit zurück, die der Verband im Jahr 2001 durchgeführt hat. „Im vergangenen Jahr haben wir mit zwei Schonfrist-Kampagnen in Oberösterreich und Wien den Druck auf Unternehmen erhöht, sich stärker um die Legalisierung ihres Softwarebestandes zu kümmern“, berichtet Georg Herrnleben, Regional Manager Central Europe der BSA. „Wir werden diese Strategie in Zukunft im gesamten deutschsprachigen Raum weiterführen. Die Erfahrungen in Österreich haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Mehr Raubkopien durch gemindertes Wirtschaftswachstum

Der Anstieg der Raubkopierate in Westeuropa steht nach Einschätzung der BSA zum Teil im Zusammenhang mit dem geminderten Wirtschaftswachstum. „Gerade in rezessiven Zeiten meinen Unternehmen Kosten senken zu können, wenn sie illegale Software einsetzen“, so Herrnleben. „Dieses Verhalten ist kurzsichtig, denn effiziente, moderne und vor allem legale Produktionsmittel helfen dabei, konkurrenzfähig zu bleiben“.

Weltweit zurück auf dem Stand von 1997

Der Schaden durch Softwarepiraterie ging weltweit von 11,8 Milliarden auf 10,9 Milliarden USD zurück. Im Gegensatz dazu stieg die Piraterierate, die schon 2000 leicht gestiegen war, nun mit 40 Prozent weiter auf ein Niveau, dass zuletzt 1997 herrschte. Nur zwei Regionen, Lateinamerika und der Mittlere Osten, konnten ihre Piraterieraten senken: auf 57 beziehungsweise 51 Prozent. In Afrika stiegen Piraterierate und Schadenssumme von 52 auf 53 Prozent beziehungsweise 136 Millionen auf 147 Millionen USD.

Osteuropas Piraterierate steigt überdurchschnittlich

Entgegen dem globalen Trend steigt in Osteuropa der Schaden durch Softwarepiraterie genauso wie der Anteil unlizenzierter Programme. Mit 67 Prozent liegt er um vier Prozent über dem des Vorjahres, der Schaden wuchs von 404 auf 435 Millionen USD. Die Ukraine und Russland konnten sich mit 87 Prozent Raubkopierate zwar leicht verbessern (2000: 89 beziehungsweise 88 Prozent), die Schadenssumme stieg dennoch in beiden Ländern: auf 58 Millionen und 120 Millionen USD. Von den EU-Beitrittskandidaten haben Bulgarien und Rumänien mit einer Rate von 75 Prozent den höchsten Anteil gewerblicher Raubkopien.

Nordamerika: Sinkender Schaden, stagnierende Raubkopierate

In Nordamerika sank der Schaden durch Softwarepiraterie um beinahe ein Drittel von 2.937 Millionen auf 1.997 Millionen USD. Trotzdem trieb der Anstieg der Raubkopierate in den USA um ein Prozent auch die Rate der gesamten Region von 25 auf 26 Prozent hinauf.

Asien und Ozeanien

Ein fast geschlossen negatives Bild bieten Asien und der Pazifische Raum. Die Piraterierate ist zum zweiten Mal in Folge gestiegen und liegt mit 54 Prozent knapp unter dem Wert von 1996 (55 Prozent). Der entstandene Schaden ist eine dreiviertel Milliarde USD höher als 2000 und liegt nun bei 4,7 Milliarden USD. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem finden sich die drei Länder mit den höchsten Piraterieraten der Welt - Vietnam (94 Prozent), China (92 Prozent) und Indonesien (88 Prozent) - allesamt in dieser Region.

Die Top Ten der Raubkopierländer

LANDPiraterierate 2000Piraterierate 2001
Vietnam97 Prozent94 Prozent
China94 Prozent92 Prozent
Indonesien89 Prozent88 Prozent
Ukraine/andere GUS89 Prozent87 Prozent
Russland88 Prozent87 Prozent
Pakistan83 Prozent83 Prozent
Libanon83 Prozent79 Prozent
Qatar81 Prozent78 Prozent
Nicaragua78 Prozent78 Prozent
Bolivien81 Prozent77 Prozent
Thailand79 Prozent77 Prozent
Bahrain80 Prozent77 Prozent
Oman78 Prozent77 Prozent
Kenia67 Prozent77 Prozent
(red)
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