Schlappe für Le-Pen-Partei auch in elsässischen Hochburg

10. Juni 2002, 12:00
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Nur zwei FN-Kandidaten im zweiten Wahlgang

Straßburg - Die rechtsradikale Front National (FN) hat bei der französischen Parlamentswahl auch im Elsass eine schwere Schlappe hinnehmen müssen. Nach den am Montag vorliegenden Wahlergebnissen konnten sich nur in zwei der 16 elsässischen Wahlkreise Bewerber der Rechtsaußen-Partei für die Stichwahl am kommenden Sonntag qualifizieren. Keiner von ihnen hat reelle Chancen, in die Pariser Nationalversammlung einzuziehen. In Straßburg, wo es das landesweit einzige Wahlbündndis zwischen der FN und der ebenfalls rechtsradikalen MNR-Partei gab, schaffte deren gemeinsamer Kandidat den Einzug in die zweite Wahlrunde nicht.

Bei der Parlamentswahl 1997 waren noch in elf elsässischen Wahlkreisen FN-Vertreter beim zweiten Wahlgang präsent gewesen. Beim ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahl am 21. April hatte FN-Chef Jean-Marie Le Pen im Elsass sogar den schließlich wiedergewählten Amtsinhaber Jacques Chirac auf Platz zwei verwiesen: In der deutsch-französischen Grenzregion erhielt der 73-jährige Rechtsradikale mehr als 20 Prozent der Stimmen.

Eindeutiger Sieger des ersten Wahlgangs zur Nationalversammlung waren nun auch im Elsass die Kandidaten der rechts-bürgerlicher Sammlungsbewegung von Präsident Jacques Chirac. Sechs von ihnen erzielten direkt die absolute Mehrheit und sind damit auf Anhieb gewählt. Schwere Verluste verzeichneten die Sozialisten, die nur in drei Wahlkreisen Chancen haben, ein Abgeordnetenmandat zu erobern. Die Grünen, die früher im Elsass ihre landesweit besten Ergebnisse erzielten, blieben fast überall unter fünf Prozent. (APA)

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