Europa: Frauen erkranken häufiger an Krebs als Männer

10. Juni 2002, 14:08
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Polen hat die geringste Zahl der registrierten Erkrankten

Viganello-Lugano/ Schweiz - Daten des größten Projekts zur Erhebung der Krebs-Verbreitung, Europreval, haben gezeigt, dass es innerhalb der europäischen Ländern große Unterschiede bei der zahl der Erkrankungen gibt. So sind zum Beispiel in Polen 1.170 KrebspatientInnen pro 100.000 Einwohner registriert. Im Süden Schwedens ist der Anteil der in den Registern erfassten Erkrankten bei 3.050 pro 100.000 EinwohnerInnen am höchsten. Die Ergebnisse wurden in den Annals of Oncology der European Society for Medical Oncology veröffentlicht.

Warnung vor Überinterpretation

Bei den meisten Tumorarten lagen Schweden, die Schweiz, Deutschland und Italien an vorderster Front. Das niedrigste Prävalenz verzeichnen Polen, Estland, die Slowakei und Slowenien. Gesamt gesehen waren 61 Prozent der Fälle Frauen, 57 Prozent davon Frauen im Alter von 65 Jahren und älter. Diagnose Brustkrebs stellte mit 34 Prozent den größten Anteil dar. Bei den Männern dominierte mit 15 Prozent Enddarmkrebs. In einem Begleitkommentar "How important are estimates of cancer prevalence?" warnt Graham Giles vom Cancer Epidemiology Centre in Australien allerdings vor einer Überinterpretation der Daten. Es gebe in der Qualität der nationalen Krebsregister nicht zu vernachlässigende Unterschiede. 45 Krebs-Registrierungsstellen nahmen am Europreval-Projekt teil. (pte)

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