Gefechte nun angeblich "von geringerer Intensität"

10. Juni 2002, 11:16
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Vertreter beider Seiten warnen: Beruhigung könnte nur kurzfristig sein

Jammu - Angesichts der Bemühungen um eine Entspannung im Kaschmir-Konflikt sind offenbar auch die Kämpfe entlang der Grenzlinie zwischen Indien und Pakistan abgeflaut. Wie die indische Polizei mitteilte, wurde ein indischer Soldat am frühen Montagmorgen nördlich von Jammu von pakistanischem Artilleriefeuer verwundet. Auch in anderen Grenzbereichen sei es über Nacht wieder zu Feuergefechten gekommen. Diese hätten in ihrer Intensität jedoch nachgelassen.

Der Artilleriebeschuss an der gemeinsamen Grenze und der Kontroll-Linie in der umstrittenen Kaschmir-Region sei im Vergleich zur vergangenen Woche von geringerer Intensität, teilte ein indischer Polizeisprecher am Montag mit. Vertreter beider Seiten warnten jedoch davor, dass die Beruhigung der Lage nur kurzfristig sein könnte. Angaben über neue Verletzte oder Tote am Montag gab es nicht.

In der Nacht zum Montag wurde aus den Bezirken Poonch auf indischer Seite und Samahani im pakistanischen Teil Kaschmirs noch Artilleriefeuer gemeldet. Nach pakistanischen Angaben wurden ein Regierungsgebäude und ein Polizeilager getroffen. Drei Menschen seien im Bezirk Bhimbher verletzt worden. Am Wochenende hatte Indien nach internationalen Vermittlungsbemühungen erste Signale für eine Entspannung der Kaschmir-Krise gesetzt.

Seit Mitte Mai kamen bei Kämpfen in Kaschmir den Angaben zufolge 35 Inder und 91 Pakistanis ums Leben. Die beiden Länder streiten seit der Abspaltung Pakistans von Indien 1947 um die gemeinsame Grenze. Um Kaschmir führten die heutigen Atommächte bereits zwei Kriege. (APA/AP)

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