"Bio-Attentat" auf Erdbeerfeld in Graz

10. Juni 2002, 11:08
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Schwarzhafer machte Ernte unbrauchbar - Großer Schaden

Graz - Der Tatbestand der schweren Sachbeschädigung wird von der Grazer Polizei einem unbekannten Täter vorgeworfen, der durch ein "Bio-Attentat" ein Erdbeerfeld in Graz buchstäblich lahm gelegt hat: Durch die Aussaat von Schwarzhafer, der meterhoch wuchert, wurde die große Anlage für die Saison unbrauchbar. Der Schaden wird mit 50.000 Euro angegeben.

Wie die Polizei am Montag berichtet, dürfte der Täter schon im April oder Anfang Mai aktiv geworden sein. Weil ihm das 55.000 Quadratmeter große Erdbeerfeld auf dem Areal der Sigmund Freund Klinik im Süden von Graz offenbar ein Dorn im Auge war und er den Betreiber gezielt schädigen wollte, säte er flächendeckend Schwarzhafer aus.

Die Misere kam erst jetzt, mit der Erntezeit für die Erdbeeren im vollen Umfang zum Tragen: Das Getreide, das bis zu eineinhalb Meter hoch wird, schoss, bedingt durch die günstigen Niederschläge der vergangenen Wochen, in die Höhe und machte das Feld praktisch unbrauchbar.

Schwarzhafer wird selten verwendet und kommt in der Pferdefütterung zum Einsatz. Dass sich der Täter über die Wirkung seiner Saat sehr wohl bewusst war, bestätigt auch ein Experte der Landwirtschaftskammer: "Man kann böse Absicht unterstellen". Möglicherweise hilft aber gerade dieses spezielle Wissen und die Verwendung des seltenen Korns den Kriminalisten, das "Bio-Attentat" doch noch aufzuklären. (APA)

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