KPNQwest muss ihr Netz vermutlich am Abend stilllegen

10. Juni 2002, 09:51
13 Postings

Keine Mittel für internationalen Weiterbetrieb - KPNQwest Austria wird aber weitergeführt

Der mit knapp 2 Milliarden Euro verschuldete insolvente niederländische Telekomkonzern KPNQwest, Amsterdam, muss seine europäisches Glasfasernetz nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) vermutlich noch heute, Montag, stilllegen. Es stünden noch keine hinreichenden Mittel für einen Weiterbetrieb zur Verfügung, schreibt das Blatt in seiner Montagausgabe unter Berufung auf Verhandlungskreise. KPNQwest ist nach eigenen Angaben einer der größten europäischen Internetbetreiber und deckt rund ein Drittel des gesamten europäischen Netzmarktes ab.

Wenig Erfolg

Ein Aufruf des Insolvenzverwalters vom vergangenen Donnerstag an die Schuldner des Unternehmens, ihre Rechnungen möglichst schnell zu begleichen, habe anscheinend nur geringen Erfolg gehabt. Die mit 40 Prozent an dem Unternehmen beteiligte KPN NV, Den Haag, hatte am Freitag gesagt, sie werde der Aufforderung erst nachkommen, wenn dies auch andere Schuldner täten. Laut Insolvenzverwalter schuldet die KPN der KPNQwest 23 Millionen Euro.

Österreichisch

Die österreichische Tochter des Unternehmens, die nach der Pleite der Muttergesellschaft am 6. Juni Konkurs angemeldet hatte, soll unterdessen, wie berichtet weitergeführt werden. Die Ursache für die Insolvenz der KPNQwest Austria liege im Zusammenbruch der internationalen Gruppe und sei nicht hausgemacht, erklärte KPNQwest Austria-Masseverwalter Christof Stapf bereits am Freitag.

Personal

Die KPNQwest Austria GmbH beschäftigt derzeit 91 Personen. Laut einer Sprecherin zählen 40 Prozent der österreichischen Top 500-Unternehmen zu den Kunden des Unternehmens. Bis zum Schluss habe man damit in Österreich ein profitables Geschäft betrieben, so die Sprecherin. (APA)

Share if you care.