KPNQwest-Notplan bis Dienstag verlängert

11. Juni 2002, 00:31
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Dann liegt Schicksal in Konkursverwalter-Händen

Den Haag - Der Notplan für das insolvente Kabelunternehmen KPNQwest bleibt noch bis Dienstagmittag gültig. Dann wollen die Konkursverwalter endgültig entscheiden, ob die für den europäischen Internetbetrieb wichtigen Glasfaser-Kabelnetze abgeschaltet werden oder nicht. Dies hat Konkursverwalter Eddie Meijer am Montag mitgeteilt. Ursprünglich sollte die Frist am Montagabend ablaufen.

Nach dem Plan sollen Kunden von KPNQwest möglichst viele Rechnungen bezahlen und zunächst auf das Einfordern eigener Rechnungen verzichten. Wenn genug Geld zusammenkommen sollte, hoffen die Verwalter die Netze noch bis Juli in Betrieb halten zu können. Dies erleichtere die Chancen für den Verkauf des mit 2,2 Mrd. Euro verschuldeten Unternehmens oder von Einzelteilen an etwaige Interessenten, war in der vorigen Woche angekündigt worden.

60 Prozent des europäischen Online-Verkehrs gefährdet

Wie viel Geld benötigt wird, sagte Meijer auch am Montag nicht. Nach Angaben aus der Branche hängen 60 Prozent des Internet-Verkehrs in Europa mit den Netzen von KPNQwest zusammen.

KPNQwest war von dem niederländischen Telekomkonzern KPN und dem US-Unternehmen Qwest gegründet worden. Beide verzichteten zuletzt darauf, ihrem Gemeinschaftsunternehmen weiter mit Geld zu helfen. KPN, das 40 Prozent der Aktien hielt, wird ebenso wie das US-Unternehmen AT&T als ein potenzieller Interessent für den Kauf von Teilen genannt. (APA)

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