Ryanair übertrifft Erwartungen

10. Juni 2002, 15:44
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Gewinnsprung von 44 Prozent - Namensstreit mit Lufthansa um Flughafen Hahn beigelegt

Dublin/Köln - Die irische Billigfluglinie Ryanair hat mit einem Gewinnsprung von 44 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Gewinn nach Steuern sei bis zum 31. März auf 150,4 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit. Analysten hatten mit 140,9 Millionen Euro gerechnet.

Zugleich hob Ryanair-Chef Michael O'Leary die Prognosen für das Verkehrswachstum. In den kommenden zwei Jahren werde mit einem jährlichen Zuwachs von 30 bis 35 Prozent gerechnet, erklärte O'Leary. Danach werde sich der Anstieg des Verkehrsaufkommens bei 25 Prozent pro Jahr stabilisieren.

Gesamtumsatz von 624,1 Millionen Euro

Den Vorsteuergewinn bezifferte Ryanair für das vergangene Geschäftsjahr auf 172,4 Millionen Euro bei einem Gesamtumsatz von 624,1 Millionen Euro. Analysten hatten vor Steuern mit einem Ergebnis von lediglich 162 Millionen Euro gerechnet. Die Gewinnmarge sei um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent gestiegen, hieß es ferner.

Die Fluggesellschaft, die 76 Strecken in 13 europäischen Ländern unterhält, beförderte im abgelaufenen Jahr 11,1 Millionen Fluggäste und damit 38 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Deutschland bietet Ryanair Billigflüge von Hahn im Hunsrück, einem ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt, an. Mitte März hatte das Landgericht Köln nach einer Klage der Lufthansa der irischen Gesellschaft verboten, in der Werbung vom Abflugort "Frankfurt-Hahn" zu sprechen. Das Gericht hatte die Entscheidung damit begründet, dass Hahn rund 120 Kilometer von der Mainmetropole entfernt liegt.

Namensstreit mit Lufthansa beigelegt

Ihren monatelangen Streit mit der Lufthansa um den Flughaten Hahn hat Ryanair nach Angaben des Kölner Oberlandesgerichts beigelegt. Ryanair dürfe nun wieder uneingeschränkt mit dem im Hunsrück gelegenen ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt als "Frankfurt-Hahn" werben, teilte das Kölner Oberlandesgericht (OLG) am Montag mit. Beide Parteien hätten sich bereits am Freitag auf einer Berufungssitzung auf den Vorschlag des Gerichts geeinigt, das Verfahren einzustellen. Noch vor einigen Monaten hatte das OLG entschieden, mit der Bezeichnung "Frankfurt-Hahn" würden die Kunden der irischen Gesellschaft in die Irre geführt. Nun änderten die Richter ihre Auffassung.

Deutschland-Flüge ausweiten

Die irische Billig-Fluglinie Ryanair will ihr Angebot an Deutschland-Flügen ausweiten und erwägt auch die Aufnahme einer Verbindung nach Berlin. Easyjet ist nach Einschätzung von Finanzdirektor Howard Millar keine ernste Konkurrenz für Ryanair in Deutschland. "Berlin stünde sicherlich sehr hoch oben auf der Liste der Flughäfen, über die wir ernsthaft nachdenken", sagte Finanz-Direktor Howard Miller der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in einem Interview in Frankfurt. Derzeit sei Ryanair mit zwölf kleineren und größeren deutschen Flughäfen im Gespräch. (APA/Reuters)

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