Kolumbiens Paramilitärs geben Beteiligung an Drogenschmuggel zu

10. Juni 2002, 06:11
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Chef der AUC beschuldigt mehrere Kommandanten - Extrem rechte Truppen stehen auf Terrorliste der USA

Bogota - Kolumbiens extrem rechte Paramilitärs haben erstmals ihre Beteiligung am Drogenschmuggel eingestanden. Der Chef der "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC), Carlos Castano, beschuldigte mehrere seiner Kommandanten, sich an der Produktion und dem Schmuggel der Drogen zu bereichern.

In einer am Sonntag im Internet verbreiteten Erklärung warnte Castano, dies könne zur Vernichtung der AUC führen. Die AUC stehen ebenso wie die linken Rebellen des Landes auf der Terrorliste der USA. Auch die Rebellen sind nach offiziellen Angaben stark in den Drogenhandel verwickelt, der ihre wichtigste Geldquelle darstellt.

"Nur der vollständige Bruch mit dem Drogengeschäft kann uns eine Tür zur Rückkehr in ein normales Leben wie früher öffnen. Sonst könnte die internationale Offensive gegen die AUC für uns unerträglich werden", schrieb Castano weiter. Die AUC sind jedoch nicht nur wegen ihrer Beteiligung am Drogengeschäft, sondern auch wegen der zahlreichen Massaker an vermeintlichen Rebellen oder deren Helfern berüchtigt.

Die Milizen waren Anfang der 80er Jahre von Großgrundbesitzern als Schutz gegen Überfälle der Rebellen aufgestellt worden. Inzwischen haben sie sich verselbstständigt und halten etwa 10.000 Mann unter Waffen. Sie kontrollieren vor allem mittlere und kleinere Städte, während die Rebellen meist die Berge oder Wälder rundherum beherrschen. (APA)

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