Venezuelas Präsident Chavez attackiert Opposition und Medien

10. Juni 2002, 08:29
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Warnt vor geplanten Steuerboykott

Caracas - Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat angesichts neuer Putschgerüchte die bürgerliche Opposition und ihre Medien heftig attackiert. In seinem wöchentlichen Rundfunkprogramm "Alo Presidente" warnte Chavez die Opposition vor einem geplanten Steuerboykott, da dieser rechtswidrig sei. Zugleich rief Chavez die Bevölkerung auf, sich in den so genannten "Bolivarischen Zirkeln" zu organisieren.

Chavez war am 11. April nach blutigen Protesten gegen seine linkspopulistische Regierungsweise vorübergehend gestürzt worden. Er kehrte aber schon nach zwei Tagen ins Amt zurück, nachdem seine Anhänger zu Gegendemonstrationen mobil gemacht hatten. Die Armee, der der ehemalige Putschist und Fallschirmjäger Chavez entstammt, spielte bei dem Umsturz eine zweideutige Rolle, da ein Teil der Offiziere die bürgerliche Opposition unterstützte, während andere Truppenteile loyal zu Chávez blieben.

Inzwischen mehren sich in Venezuela Berichte über neue Chavez- feindliche Umtriebe innerhalb der Streitkräfte. Chavez sagte am Sonntag, ein für die kommenden Tage angekündigter Protestmarsch unzufriedener Militärs sei illegal, und ebenso illegal wäre es, wenn die Fernsehsender diese Demonstration übertrügen. "Die Medien dürfen zu einem solchen Marsch nicht anstiften oder einladen, ihn nicht fördern oder übertragen, denn dies wäre ein Aufruf zu einer illegalen Handlung", sagte Chavez. (APA)

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