Fleischtest: Kunden sollen sich beschweren

10. Juni 2002, 13:19
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Kritik an Kontrolle im Lebensmittelhandel

Wien - "Die Leute sollen sich beschweren": Barbara Mucha ist auch am Sonntag noch von Ergebnissen des von ihrem Verlag in Auftrag gegebenen Fleischtests entsetzt. Neun von 27 Fleischproben waren verdorben, vier mit Salmonellen versetzt, DER STANDARD berichtete. Damit sich die Konsumenten auch richtig beschweren können, will der Mucha-Verlag nun nicht nur die entsprechenden Gutachten, sondern auch die Firmennamen der betroffenen Lebensmittelketten veröffentlichen.

Die Testkäufer besorgten im Mai Hühner- und Schweinefleisch, das für den Grillfreund fertig verpackt war. "Die Lagerung in den Geschäften war in Ordnung", berichtet Barbara Mucha, "die Konsumenten müssen aber auch die Gewissheit haben, dass die Kühlkette davor nicht unterbrochen wurde." Bei welchen Lebensmittelhändlern und Geschäftsfilialen dies offenbar der Fall war, soll nun erstmals publik gemacht werden. Bisher wurden die Firmennamen nach Tests nicht in die Öffentlichkeit getragen. Da es sich stets um Stichproben handelt, könnte eine Veröffentlichung die Möglichkeit von Klagen wegen Geschäftsschädigung eröffnen.

Mucha ist sich dieses Risikos bewusst, sie pocht aber darauf, renommierte Institutionen in Wien und Graz mit der Auswertung beauftragt zu haben. Und die Konsumenten hätten eben ein Recht auf die volle Information, diese will sie nun in der Zeitschrift Signora und - voraussichtlich ab Dienstag - auch im Internet geben (www.diemucha.at).

Nur so könnten die Konsumenten ihre Macht ausspielen. "Fakt ist: Das Ergebnis ist katastrophal" - allerdings, betont die Verlagschefin, "es gibt keine Alarmstufe rot." Man wolle keine Hysterie erzeugen, es müssten die Kontrollen im Lebensmittelhandel jedoch deutlich verbessert werden. (red/DER STANDARD, Print, 10.6.2002)

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