Drip Trip, Drip Trip

12. Juni 2002, 20:17
posten

Christina Zurfluh lüftet ein "Geheimnis" im "Mezzanin"

Nichts scheint so, wie es ist bei Christina Zurfluhs Malereien, die immer materialintensivere Flachreliefe sind und trotz ihres spontan-gestischen Charakters Schicht um Schicht genauestens konzipiert und konstruiert werden. Malerei heutzutage muss mehr sein als das "letzte Bild", sie muss auch vorherige verarbeiten. Kaum jemand macht es so geschickt und unaufdringlich wie Zurfluh, deren Ergebnisse weit über die Klitterung von Drip Painting, Liechtensteins "Brushstrokes" oder Patternmalerei hinausgeht.

Ein bisschen lüftet die Künstlerin nun das "Geheimnis" der Bildwerdung und demonstriert in ihrer stimmigen Soloschau die Schritte zur Entstehung der verdichteten, hypnotisch-chaotischen All-Over-Material-Landschaften, an denen sie bis zu einem halben Jahr arbeitet: Abdeckbänder zerkugeln sich, Untergrund-Skizzen zeigen geometrische Muster. Papiere, auf denen die Malereien lagen, bekommen zu ihren zufälligen Farbflecken und -rinnen poetisch-rhythmische Spuren dazu usw. Und so weiter! (DER STANDARD, Printausgabe, 10.6.2002)

Von Doris Krumpl

Tipp

Mezzanin, 7., Mariahilfer Straße 74a, (01) 526 43 56. Bis 21. 6.
Share if you care.