Privatisierungsschub in Italien

9. Juni 2002, 19:11
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Berlusconi präsentiert dem IWF zweijähriges Verkaufsprogramm

Rom - Die italienische Regierung hat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Privatisierungsprogramm vorgelegt, das bis Ende 2003 zirka 20 Milliarden Euro in die Staatskassen einbringen soll.

Nach Angaben italienischer Medien am Samstag will die Regierung Berlusconi dem Verkauf einer zweiten Tranche des ehemaligen Strommonopolisten Enel Priorität einräumen, an dem der italienische Staat immer noch eine 67,5-prozentige Beteiligung hält. Auch die Tabakgesellschaft Eti sowie die restliche Beteiligung (3,76 Prozent), die der italienische Staat an der Telecom Italia hält, sollen verkauft werden.

Eni Beteiligung verkaufen

Die Regierung in Rom will sich demnächst auch von der restlichen 30,33-prozentigen Beteiligung trennen, die sie noch am Erdölkonzern Eni hält. Die ersten Eni-Tranchen waren ab 1995 schrittweise an die Mailänder Börse gebracht worden. Nun wartet das Schatzministerium auf den bestmöglichen Zeitpunkt, um auch die restliche Beteiligung zu verkaufen. Privatisiert wird auch die Schifffahrtsholding Tirrenia, an der der italienische Staat noch eine 85-prozentige Beteiligung hält.

Nach dieser ersten Phase will die Regierung weitere "Kolosse" auf den Markt bringen. Die italienische Post, die nach einer strengen Entschlackungskur im ersten Quartal 2002 die Gewinnschwelle erreichen konnte, sowie die Bahngesellschaft "Trenitalia". Auch die Privatisierung der Alitalia steht der Regierung noch bevor. (APA, Der Standard, printausgabe, 10.06.2002)

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