Euro-Dollar-Parität möglich

9. Juni 2002, 18:38
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Deutsche Bank-Chefvolkswirt: USA haben Interesse an niedrigerem Dollarkurs

Berlin - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sieht Anzeichen für einen zukünftig ausgeglichenen Wechselkurs zwischen Euro und Dollar. Eventuell könnte der Euro sogar den Dollar überholen, sagte Walter am Samstag im DeutschlandRadio Berlin. Walter sieht in dem steigenden Kurs des Euros aber noch keine Stärke der europäischen Währung.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank führte den Anstieg des Euro auf das Interesse der USA an einem niedrigeren Kurs des Dollars zurück. Zwar habe der Außenhandel in den USA mit zehn Prozent des Bruttosozialprodukts einen wesentlich geringeren Stellenwert als in Europa, dennoch sei dieser Sektor dort momentan in der Krise. "Natürlich ist es dann, wenn die amerikanische Wirtschaft und speziell dieser Sektor lahmt, gut, wenn die Preiswettbewerbsfähigkeit über den Wechselkurs wieder hergestellt wird."

Auf den Devisenmärkten habe sich vor allem die Einstellung gegenüber dem Dollar verschlechtert. Selbst der Yen habe an Stärke gewonnen und die japanische Regierung habe intervenieren müssen. Entschieden warnte Walter vor einer Anhebung der Zinsen durch die Europäische Zentralbank. Diese lägen mit 3,25 Prozent bereits um eineinhalb Prozent höher als in den USA. Eine weitere Zinserhöhung zusammen mit der Aufwertung des Euro würde "ganz sicher als Konjunkturbremse wirken", meinte der Chefvolkswirt.(APA/dpa)

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