Hugo Boss in schweren Turbulenzen

9. Juni 2002, 18:31
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US-Management soll Umsatz künstlich aufgebläht haben

Stuttgart - Die Probleme der Hugo Boss AG in den USA scheinen schwerer als bisher bekannt. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" (Samstag) soll der am Montag ausgeschiedene US-Chef des Metzinger Modekonzerns, Marty Staff (51), über Jahre hinaus Umsätze zum eigenen Vorteil künstlich aufgebläht haben. "Jeder wusste, was Marty macht", zitiert die Zeitung einen ehemaligen Geschäftspartner von Hugo Boss. "Er pumpte die Bilanz auf und kassierte einen dicken Bonus."

Die Hugo Boss AG musste jüngst nach einer Inventur in den USA ihren US-Umsatz 2001 um sechs Millionen nach unten korrigieren. Die US-Sparte erwirtschaftete nach den neuen Konzernangaben statt 1,2 Mill. Euro Gewinn nun 4,8 Mill. Euro Verlust. Auf der Hauptversammlung am 28. Mai stand deshalb der neue Vorstandsvorsitzende Bruno Sälzer (44) schon an seinem ersten Tag an der Spitze der Hugo Boss AG unter Beschuss.

Die Zeitung zitiert Insider, nach denen der US-Chef Staff Geldverschwendung betrieben haben soll. Unter anderem berichtet das Blatt von Jamaika-Reisen der Mitarbeiter auf Firmenkosten und Hubschrauberflügen für Kunden.(APA/dpa)

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