Kirch will für Springer-Anteile 1,5 Mrd. Euro

9. Juni 2002, 16:01
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Kirch-Anwalt: Deutsche Bank kann Anteile auch nach 30. August nicht verwerten

Der Medienunternehmer Leo Kirch will mit dem Verkauf seiner Anteile am Axel Springer Konzern nach einem Pressebericht 1,5 Mrd. Euro erzielen. Interesse an dem 40-prozentigen Anteil habe vor allem die WAZ-Gruppe, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab aus seiner neuesten Ausgabe. Gelinge Kirch der Verkauf für 1,5 Mrd. Euro, blieben ihm nach Angaben des Blattes noch rund 400 Mill. Euro.

Nächster Rechtsstreit vorprogrammiert ...

Kirchs Anwalt Peter Gauweiler steuert laut "Focus" außerdem den nächsten Rechtsstreit mit der Deutschen Bank an. Die Bank werde auch über den August hinaus das Springer-Paket nicht verwerten können, sagte Gauweiler. "Ein Pfandrecht setzt voraus, dass die Deutsche Bank entweder unmittelbaren Besitz der Aktien nachweist oder eine ordnungsgemäße Sammelverwahrung." Könne sie beides nicht belegen, sei eine Verwertung der Aktien im September ausgeschlossen. Für die Deutsche Bank war das Springer-Paket Sicherheit für einen Kredit über 720 Mill. Euro an Kirch, den Deutschlands größtes Geldhaus mittlerweile fällig gestellt hat.

Vor dem Münchner Landgericht hatten sich Kirch und die Deutsche Bank am Donnerstag darüber geeinigt, dass die Bank die Springer-Anteile erst nach dem 30. August verwerten kann (etat.at berichtete). Die Deutsche Bank hatte Medienberichten zufolge geplant, die Aktien nach der Sommerpause an die Börse zu bringen. Mit einem Wert von rund 800 Mill. Euro wäre dies der größte Börsengang des Jahres. (APA/AFP)

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