Erneut Straßenschlachten in Belfast

10. Juni 2002, 06:14
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Polizist durch Benzinbombe verletzt - Angriff von 30 Jugendlichen

Belfast - Am späten Sonntagabend ist es in der nordirischen Hauptstadt Belfast erneut zu Straßenschlachten zwischen rivalisierenden Gruppen gekommen. Nach Polizeiangaben vom Montag wurden Beamte mit Schusswaffen und Benzinbomben von Protestanten angegriffen. Ein Polizist sei durch Brandwunden im Gesicht verletzt worden. Mehrere Fahrzeuge seien in Brand gesteckt worden. Die Polizei sei von etwa 30 maskierten Jugendlichen angegriffen worden. Die Sicherheitskräfte hätten ein Plastikgeschoss auf die Randalierer abgefeuert. Zwei Männer seien festgenommen worden.

Bereits am Sonntagmorgen war es in derselben Gegend Straßenschlachten gekommen. Rund 100 pro-britische Unionisten und irische Nationalisten hätten sich in der hauptsächlich von Katholiken bewohnten Lower Ormeau Road gegenseitig beschossen und mit Brandsätzen beworfen, erklärte die Polizei.

Das Nordirland-Friedensabkommen von 1998 hatte zwar zu einer merklichen Verringerung der extremistischen Gewalt in der britischen Provinz geführt, jedoch nicht zu einer Abnahme der Spannungen zwischen den rivalisierenden Bevölkerungsgruppen.

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Unruhen in Belfast gekommen. Neue Spannungen stehen der Stadt im Sommer zum Beginn der traditionellen Marschsaison bevor, in der die Protestanten mit Umzügen Jahrestage historischer Siege über die Katholiken begehen. Viele Katholiken betrachten die Paraden als Provokation, insbesondere wenn die Umzüge durch ihre Wohnviertel führen. (APA/Reuters)

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