Britische Geheimdienst warnte USA zwei Jahre vor dem 11. September 2001

9. Juni 2002, 12:58
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Entführungspläne waren von Gefolgsleuten Bin Ladens bekannt

London - Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 hat einem Zeitungsbericht zufolge die US-Behörden zwei Jahre vor dem 11. September 2001 vor terroristischen Plänen zur Benutzung von Zivilflugzeugen gewarnt. Ein entsprechendes Geheimpapier habe der Geheimdienst 1999 Verbindungsleuten an der US-Botschaft in London zugeleitet, schreibt die "Sunday Times". MI6 sei darüber informiert gewesen, dass Gefolgsleute von Osama bin Laden beabsichtigten, Verkehrsmaschinen "auf unkonventionelle Weise" zu nutzen. Bestimmte Ziele seien in dem geheimen Dokument allerdings nicht erwähnt gewesen. Es gebe auch keinen Beleg dafür, dass die mit Passagierflugzeugen verübten Anschläge in den USA hätten verhindert werden können.

Die US-Bundespolizei FBI und der Geheimdienst CIA sind durch Enthüllungen über Versäumnisse vor dem 11. September unter Druck geraten. Die Pannen sind derzeit Gegenstand einer Untersuchung des US-Kongresses. Als Reaktion auf die heftige Kritik an der fehlenden Koordination von FBI und CIA will US-Präsident George W. Bush aus der bisherigen Behörde "zum Schutz des Heimatlandes" ein Superministerium schaffen, das potenzielle Attentäter von den USA fernhalten und Angriffe mit biologischen, chemischen und atomaren Waffen vereiteln soll. Der US-Kongress muss den Plänen noch zustimmen. Mehrere Abgeordnete äußerten sich bereits positiv. Anderen sind die Vollmachten des Ministeriums noch immer zu gering. (APA)

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