Pakistans Militärmachthaber Musharraf nennt Kriegsgefahr "minimal"

9. Juni 2002, 11:18
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Wahlen in Pakistan im Oktober seien nicht gefährdet

Islamabad/Kuala Lumpur - Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf schätzt die Kriegsgefahr mit Indien in der Kaschmir-Krise in einem Zeitungsinterview als äußerst gering ein. "Die Möglichkeit eines Krieges ist minimal", sagte Musharraf der malaysischen Zeitung New Sunday Times (Sonntagausgabe). Er signalisierte seine Bereitschaft, auf Neu Delhi zuzugehen. "Wenn wir uns weiterhin dasselbe wie seit 50 Jahren vorwerfen, wird der Konflikt weitergehen." Er sei nur zu lösen, wenn Aufrichtigkeit und Flexibilität herrschten, sagte Musharraf.

Der Präsident hält überdies durch die Spannungen zwischen den beiden Atommächte die für Oktober geplanten Wahlen in Pakistan für nicht gefährdet. "Es ist sehr sicher, dass es zu der Wahl kommen wird. Dann werden wir eine gewählte Regierung haben", sagte Musharraf dem Blatt. Der General will nach den Abstimmung Regierungsfunktionen abgeben, allerdings weiter Präsident Pakistans bleiben.

"Die Lage scheint sich zu verbessern"

"Die Lage scheint sich zu verbessern", sagte auch der pakistanische Informationsminister Nisar A. Memon nach pakistanischen Rundfunkangaben zur Entwicklung im Kaschmir-Konflikt mit Indien. Der stellvertretenden US-Außenminister Richard Armitage hatte zuvor nach Beendigung seiner Vermittlungsbemühungen in beiden Ländern gesagt, Indien werde in dem Konflikt wahrscheinlich jetzt zu versöhnlichen Gesten bereit sein. So könnten einige abgezogene Diplomaten nach Islamabad zurückgeschickt werden, sagte er nach Medienberichten in Estland. Außerdem erwarte er, ein "gewisses Zurückschrauben der militärischen Spannungen" im Vorfeld des geplanten Besuchs von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in der Krisenregion.

Der pakistanische Rundfunk berichtete am Sonntag, dass bei Grenzgefechten in Kaschmir auf pakistanischer Seite zwei Zivilisten getötet wurden. Pakistanische Soldaten hätten das indische Feuer erwidert und dabei 10 indische Soldaten getötet oder verwundet. (APA)

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