Separatistenführer im indischen Teil Kaschmirs festgenommen

9. Juni 2002, 16:00
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Indien kündigt Maßnahmen zur Entschärfung der Kaschmir-Krise an

Srinagar/Neu-Delhi - Die indische Polizei hat am Sonntag in Kaschmir den Führer einer propakistanischen Separatistenorganisation festgenommen. Die Behörden werfen ihm vor, illegal Geld zur Unterstützung militanter Gruppen in Kaschmir angenommen zu haben. Die Festnahme von Saeed Ali Shah Geelani, dem Führer der fundamentalistischen moslemischen Organisation Jamaat-e-Islami, erfolgte auf der Grundlage eines im März vom Parlament verabschiedeten Antiterror-Gesetzes. Geelani soll in den letzten Monaten von einem Geschäftsmann illegal eine Million Rupien (22.200 Euro) erhalten haben. Der Geschäftsmann wurde bereits vor zwei Wochen festgenommen.

Schritte zum Abbau der Spannungen

Offenbar als Reaktion auf die internationalen Vermittlungsbemühungen im Kaschmir-Konflikt will Indien in den nächsten Tagen Schritte zum Abbau der Spannungen mit Pakistan ankündigen. "Es gibt eine Reihe von Optionen, die wir untersuchen", sagte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Sonntag in Neu-Delhi. Im Gespräch sind eine Aufstockung des diplomatischen Personals Indiens in Islamabad, die Aufhebung des Flugverbots für pakistanische Flugzeuge im indischen Luftraum sowie die Wiederaufnahme von Bus- und Zugverbindungen zwischen den verfeindeten Nachbarländern.

US-Vizeaußenminister Richard Armitage hatte Samstag Abend im estnischen Tallinn bereits entsprechende Pläne angedeutet. Zuvor hatte der Abschuss eines indischen Spionageflugzeugs über Pakistan die Spannungen erneut verschärft. (APA)

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