Sudan: Truppenrückzug in den Nuba-Bergen

9. Juni 2002, 10:44
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Seit 19 Jahren andauernder Bürgerkrieg - keine Entwaffnung der Rebellen vorgesehen

Khartum - In den sudanesischen Nuba-Bergen hat am Wochenende der im Waffenstillstandsabkommen vom 19. Jänner vorgesehene Truppenrückzug der beiden Konfliktparteien begonnen. Wie die gemeinsame Militärkommission (JMC) in der Nacht zum Sonntag berichtete, verließen seit Samstagnachmittag 100 Regierungssoldaten und 50 Kämpfer der südsudanesischen Rebellenarmee SPLA die Miri- Berge.

Die SPLA-Kämpfer bewegten sich nach Osten in ein Gebiet, dass von ihrer Befreiungsbewegung kontrolliert wird. Die Soldaten zogen sich in eine Kaserne bei der Kleinstadt Kadugli zurück. Der JMC-Vorsitzende, General Jan Berik Wilhelmsen, zeigte sich zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf des Rückzugs. Der Militärkommission gehören drei Militärs aus Norwegen, Schweden und Großbritannien an, sowie jeweils drei Vertreter der sudanesischen Armee und der Befreiungsbewegung.

Waffenstillstandsabkommen

Das im vergangenen Jänner in der Schweiz von den Konfliktparteien unterzeichnete Waffenstillstandsabkommen, das nur für die Nuba-Berge und nicht für andere Regionen des Sudan gilt, sieht nur eine Truppenentflechtung und den Rückzug aus bestimmten Gebieten vor. Entwaffnet werden die Soldaten und Rebellen von der JMC nicht. Das Gebiet der Nuba-Berge hat etwa die Größe Österreichs und ist nur ein kleiner Teil des von der Fläche her größten Landes Afrikas.

Das Waffenstillstandsabkommen, das von den USA und der Schweiz vermittelt worden war, läuft in etwa sechs Wochen aus. Beobachter im Sudan gehen jedoch davon aus, dass es für weitere sechs Monate verlängert wird. Es gilt als Testfall für eine umfassende Friedenslösung im Sudan. In dem bereits seit 19 Jahren andauernden Bürgerkrieg zwischen dem ararabisch dominierten Norden und dem vorwiegend christlich-animistischen Süden des Landes sind bisher etwa zwei Millionen Menschen getötet worden.(APA)

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