Barak: Fortschritte und Reformen nur ohne Arafat denkbar

8. Juni 2002, 15:09
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Israelischer Ex-Premier: Keine Kapitulation vor Selbstmordattentaten

Jerusalem/Washington - Der israelische Ex-Ministerpräsident Ehud Barak ist der Überzeugung, dass es keinen wirksamen Kampf gegen den Terrorismus und keine "wirkliche Reform" der palästinensischen Verwaltung geben werde, solange Präsident Yasser Arafat an der Spitze der Autonomiebehörde stehe. In einem Gastbeitrag für die amerikanische Zeitung "Washington Post" (Samstag-Ausgabe) unterstrich der Ex-General und Politiker der Arbeiterpartei, Israel werde vor Arafats "Strategie, Selbstmordanschläge als diplomatisches Mittel einzusetzen", niemals kapitulieren. Die USA sollten dies auch nicht tun, forderte Barak.

Die saudiarabische Friedensinitiative bezeichnete der israelische Ex-Premier als "Schritt in die richtige Richtung". Allerdings stecke "der Teufel im Detail", schrieb Barak mit Hinweis auf den geforderten vollständigen israelischen Rückzug hinter die Grenzen von 1967. Im Gegenzug sieht der Plan des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah, der auf dem Beiruter Gipfel der Arabischen Liga angenommen wurde, die Normalisierung der Beziehungen mit dem jüdischen Staat vor.

Barak war 1999 nach seinem Sieg über den Likud-Regierungschef Benjamin Netanyahu Ministerpräsident geworden. Im Juli 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel von Camp David. Im Februar 2001 unterlag Barak bei der vorgezogenen Premier-Wahl Likud-Chef Ariel Sharon. (APA)

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    Ehud Barak

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