"Le Monde": In Frankreich tritt eine deprimierte Linke an

8. Juni 2002, 10:41
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"Ohne Ideen und ohne anerkannte Führung"

Paris - Die unabhängige französische Tageszeitung "Le Monde" schreibt am Samstag, bei den Parlamentswahlen in Frankreich, deren erster Durchgang am Sonntag stattfindet, trete eine deprimierte Linke an:

"Den Wählern präsentiert sich am Sonntag eine ratlose Linke, die weder starke Ideen noch einen anerkannten Chef hat. Es ist eine Linke, zerschmettert von der Katastrophe des 21. April, als sie aus der Präsidentenwahl geworfen wurde. Vor den Parlamentswahlen steht sie jetzt zutiefst demoralisiert da und hofft höchstens noch, das Notwendigste zu retten. Die Basis der Sozialisten hält dabei nicht mit ihrer Bestürzung und Wut über eine Parteispitze hinter dem Berg, die nach ihrer Auffassung die Tuchfühlung zum Volk verloren hat.

Diese Enttäuschung und Frustration spart weder die früheren Minister von Lionel Jospin noch diejenigen aus, die sich an der Kampagne für die Wahl des Sozialisten zum Präsidenten beteiligt haben. Die Sozialisten und ihre Verbündeten stehen noch unter dem Schock einer Niederlage, die sie offensichtlich nur schwer verstehen können." (APA/dpa)

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