Warnstreiks bei deutscher Post fortgesetzt

8. Juni 2002, 16:52
posten

Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn für 240.000 Mitarbeiter

Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat ihre Warnstreiks bei der Post am Samstag fortgesetzt. Rund 3.500 Beschäftigte der Deutschen Post AG legten nach Angaben der Gewerkschaft in der Nacht zum Samstag die Arbeit nieder. Schwerpunkte der Streikaktionen seien Bayern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen gewesen. Mehr als 13 Millionen Sendungen seien unbearbeitet liegen geblieben. Seit Beginn der Aktionen am 4. Juni hätten sich bisher rund 8.500 Beschäftigte an den Streikmaßnahmen beteiligt.

In Mannheim versammelten sich am Samstag Tausende von Post- Beschäftigten zu einer Kundgebung. "Die Kampf- und Streikbereitschaft bei allen ist sehr hoch", sagte ver.di-Sprecher Franz Schierer. Die Teilnehmer der Kundgebung waren den Angaben zufolge aus Rheinland- Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Hessen angereist. In der Nacht zum Samstag hätten etwa 160 Postbedienstete des Briefzentrums in Mannheim ihre Arbeit niedergelegt. 800 000 Postsendungen blieben liegen. Am Vormittag traten zudem erstmals auch Briefträger in Baden- Württemberg in den Ausstand.

Rund 1.000 Streikende in Bayern

Auch in Bayern beteiligten sich in der Nacht zum Samstag nach ver.di-Angaben rund 1.000 Postler an Warnstreiks. Mehr als 8 Millionen Sendungen könnten am Wochenende im Freistaat nicht zugestellt werden, sagte ein ver.di-Sprecher. Sie sollten voraussichtlich am Montag verteilt werden. Für Niedersachsen und Bremen plant die Gewerkschaft bis zum Beginn der nächsten Runde der Tarifverhandlungen für die Post-Beschäftigten am kommenden Montag weitere Warnstreiks. Wie schon am Freitagabend sollten jeweils einzelne Schichten betroffen sein, sagte ein ver.di-Sprecher. Einzelheiten wollte er aber nicht nennen.

Die Gewerkschaft hatte am Morgen angekündigt, in weiten Teilen von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland werde am Samstag die Briefzustellung ausfallen. Ebenso sollten zahlreiche Schalter in den Postämtern geschlossen bleiben.

ver.di fordert für die rund 240.000 Post-Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn. Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel hatte am Donnerstag ein Kompromissangebot im Tarifkonflikt angekündigt. Die Tarifforderung wies er jedoch als "unrealistisch" zurück. (APA/dpa)

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