Abschuss indischer Drohne verschärft wieder Spannungen

8. Juni 2002, 20:44
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Tote bei Kämpfen in Grenzregion - Admiral: "Indien innerhalb vier Stunden kriegsbereit"

Neu Delhi - Der Abschuss eines indischen Spionageflugzeugs über Pakistan hat die Spannungen zwischen den beiden Atommächten nach der Entspannung der letzten Tage erneut verschärft. Aus Protest gegen die Verletzung pakistanischen Luftraums bestellte die Regierung in Islamabad am Samstag den ranghöchsten indischen Diplomaten ein. Der pakistanische Militärsprecher Rashid Qureshi beschuldigte Indien der "Aggression".

Bei neuen Kämpfen in der Kaschmir-Region wurden mindestens 15 Menschen getötet. Eine Frau fiel Artilleriegefechten an der Waffenstillstandslinie zum Opfer. Drei indische Soldaten und drei moslemischen Extremisten starben nach Angaben eines Armeesprechers bei einem Schusswechsel im Poonch-Bezirk. Zwei militante Unabhängigkeitskämpfer waren nach Polizeiangaben bereits in der Nacht von indischen Soldaten getötet worden.

In einem Dorf im Bezirk Udhampur im indischen Teil Kaschmirs erschossen Extremisten vier Männer einer bewaffneten Wehrtruppe des Dorfes Thilloo. Der gewaltsame Tod von zwei weiteren Menschen im indischen Teil Kaschmirs wurde ebenfalls militanten Moslems zugeschrieben.

Der scheidende pakistanische Außenminister Abdul Sattar forderte Indien zur Zurückhaltung auf, um eine "Verschlimmerung der Lage" zu verhindern. Die indischen Truppen seien "innerhalb von vier Stunden" kriegsbereit, zitierte die indische Nachrichtenagentur PTI den Chef der indischen Marine, Admiral Madhavendra Singh.(APA)

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