Der Mount Everest schrumpft

8. Juni 2002, 10:00
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Beobachtungen von Bergsteigerteam stützen Untersuchungen über starke Gletscherschmelze

London/Katmandu - Ein Bergsteigerteam der UNO-Himalaya-Expedition hat berichtet, dass das Bergmassiv durch das Abschmelzen von Gletschern massiv schrumpft. Die Bergsteiger sehen darin einen weiteren Hinweis auf die globale Erwärmung, berichtet BBC-online. Bereits vor einigen Wochen warnten Forscher davor, dass das Abschmelzen der Gletscher in der Himalaya-Region zu fürchterlichen Umweltkatastrophen in Nepal und Bhutan führen wird.

Den ersten Berichten zufolge waren die Bergsteiger auf 6.200 Meter zum so genannten "Island Peak" gestiegen, um dort Messungen durchzuführen. Der Gipfel hat seinen Namen vor 50 Jahren erhalten. Damals war rund um diese Erhöhung ein "Gletscher-Meer" vorhanden. Nun fanden die Forscher allerdings nur noch Gletscherschliff vor. Das meiste Eis ist bereits verschwunden. Weiter unten im Tal bildete sich ein großer See. Nach Angaben der Nepal Mountaineering Association fand der Großteil der Gletscherschrumpfung innerhalb der vergangenen 20 Jahre statt.

Einige Mitglieder der Bergexpedition, die mit Einheimischen Interviews führten, berichteten, dass es bereits zu massiven Schlamm- und Gerölllawinen gekommen sei. Die örtliche Bevölkerung berichtete über die Bildung zahlreicher Bergseen, die zum Teil erhebliche Ausmaße angenommen haben. Die Gefahr für die Einheimischen steigt, wenn diese Seeufer unter der Last von Geröll und Wasser brechen. Nach Angaben der UNO-Umweltorganisation UNEP gibt es eine aktuelle Studie zur Lage in Zentralasien. Die Gefahr von ausufernden Seen und brechenden Ufern wird nach Angaben der UNEP in den kommenden Jahren sogar noch weiter steigen. (pte)

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