Italienische Opposition über Murdoch-Monopol bei Pay-TV besorgt

9. Juni 2002, 11:54
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Vivendi Universal stimmt Verkauf von Telepiu zu

Italienische Oppositionspolitiker wollen den Verkauf des Pay-TV-Senders Telepiu an das Medienunternehmen News Corp. von Rupert Murdoch verhindern. Der frühere Kommunikationsminister Vincenzo Vita erklärte, ein Verkauf von Telepiu an Murdoch würde eine große Gefahr für das italienische Mediensystem und die kulturelle Autonomie des Landes bedeuten. Es sei deshalb unerlässlich, dass die Kartellbehörden die Lage sorgfältig prüften.

Was wem gehört

News Corp. besitzt zusammen mit Telecom Italia den anderen Pay-TV-Sender Italiens Stream. Beide Sender machen Verluste. Telecom Italia hatte schon einmal angedeutet, er könne sich einen Rückzug aus dem Fernsehgeschäft vorstellen. Die Übernahme von Telepiu könnte die Lage aber auch wieder verändert haben.

Telepiu gehört dem französischen Sender Canal Plus, der zum Konzern Vivendi Universal gehört. Im vergangenen Monat gab Canal Plus seinerseits den geplanten Erwerb des Konkurrenzsenders Stream wegen strenger Auflagen der Kartellbehörden auf. Auch News Corp. betonte in einer in New York veröffentlichten Erklärung, der Erwerb von Telepiu sei von den Auflagen der Wettbewerbsschützer abhängig.

Schuldenreduktion

Der Erklärung zufolge will News Corp. eine Milliarde Euro für Telepiu bezahlen. Das Unternehmen betonte aber, etwa 400 Millionen Euro sollten über den Verkauf der Übertragungsrechte für die erste italienische Fußball-Liga Serie A wieder hereingeholt werden.

Vivendi Universal teilte in Paris mit, man habe dem Verkauf von Telepiu zugestimmt, um Schulden zu reduzieren. Der Konzern bezifferte den Wert des italienischen Senders auf 1,5 Milliarden Euro. Der Verkauf werde seine Schulden um insgesamt 1,2 Milliarden Euro vermindern. Vivendis Medien- und Kommunikationssparte würde dann aber noch rund 16 Milliarden Euro Verlust machen. (APA/AP)

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