Deutscher Telekom-Verband lehnt Gesetz zu 0190er-Nummern ab

7. Juni 2002, 19:01
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"Detektivarbeit" führt zu finanzieller Mehrbelastung

Der deutsche Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO) lehnt den Kabinettsbeschluss zur Änderung der Telekommunikations-Kundenschutzverordnung ab. "Wieder einmal macht es sich die Politik zu einfach. Von unseren Mitgliedsunternehmen wird eine völlig unrealistische Hilfestellung verlangt", sagte BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann.

Undurchführbar

Nach Ansicht des Verbandes ist die Auflage, die Adresse der Inhaber der 0190er-Nummern auf der Telekommunikationsrechnung auszuweisen, technisch undurchführbar. Die Dienstrufnummern werden weitervermietet, teilweise im täglichen Rhythmus, so dass eine unüberschaubare Vielfalt an Mietern und Vermietern entstehe. "Selbst wenn man den verantwortlichen Letzten in der Kette ausfindig gemacht hat, ist es für entsprechende Angaben auf der Rechnung viel zu spät", erklärte Lüddemann. Die Verbandsmitglieder befürchten durch diese "Detektivarbeit" eine erhebliche finanzielle und organisatorische Belastung. Einen möglichen Ausweg sieht Lüddemann in einer Selbstverpflichtung der Anbieter von 0190er-Nummern.

BREKO will vielmehr die Eigenverantwortung der Telefon- und Internetnutzer in den Vordergrund stellen. In den meisten Fällen könne unliebsamen Überraschungen vorgebeugt werden, etwa indem man bei seiner Telefongesellschaft die 0190er-Nummern sperren lasse. Dies schütze auch wirksam gegen Dialer-Programme am PC. (pte)

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