Industrie will rasch "Ost-Facharbeiter"

7. Juni 2002, 19:35
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Mitterbauer: "Kurze Übergangsfristen"

Brüssel - Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Peter Mitterbauer, plädiert für eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus den EU-Beitrittsländern nach Österreich. Nur so könne dem drohenden Facharbeitermangel begegnet werden. Die ausgehandelten Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt sollten im Zuge der EU-Erweiterung verkürzt werden.

Wie Mitterbauer am Freitag am Rande eines Wirtschaftsgipfels in Brüssel weiter ausführte, bräuchten Österreich und Europa "eine abgestimmte, gemeinsame, transparente und nachvollziehbare Migrationspolitik". Dafür spräche nicht nur der Fachkräftemangel, sondern auch die zunehmende Alterung der Bevölkerung. "Jeder, der in Österreich arbeiten will, muss höchst willkommen sein", sagte Mitterbauer.

Übergangsfristen

Da in Österreich bereits ab 2004 mit einem großen Fachkräftemangel zu rechnen sei, sollten gut ausgebildete Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern bereits vor Ablauf der Übergangsfrist in Österreich arbeiten dürfen. Die verstärkte Aus- und Weiterbildung sowie Umschulung von österreichischen Arbeitskräften werde in den nächsten Jahren nicht ausreichen, um den dramatischen Mangel von Zehntausenden Facharbeitern zu decken. Mitterbauer: "Ich plädiere dafür, die ausverhandelten siebenjährigen Übergangsfristen abzukürzen." Mit Ungarn und Tschechien dürfte man mit zwei bis drei Jahren auskommen.

In die gleiche Kerbe schlägt FPÖ-Wirtschaftssprecher Thomas Prinzhorn: "Wenn die Übergangsfristen in Kraft sind, muss man beobachten, ob diese verkürzbar sind", betonte Prinzhorn am Rande des Wirtschaftsgipfels. Insgesamt sei die Osterweiterung wichtig. Es bestehe aber auch eine Gefahr, nämlich dass heimische Facharbeitskräfte abwanderten, da es im Osten solche gar nicht gebe. (APA)

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