Voest Alpine: "Kein Übernahmekandidat"

7. Juni 2002, 19:04
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Stahlmarkt erholt - Umsatzsprung auf vier Milliarden Euro

Wien - Der Stahl- und Stahlverarbeitungskonzern Voest Alpine hat das konjunkturell extrem schwierige Jahr 2001 praktisch unbeschadet überstanden und ein Ergebnis auf dem Niveau eines durchschnittlich erfolgreichen Geschäftsjahres erzielt. Die meisten Konkurrenten seien im selben Zeitraum tief in die Verlustzone gerutscht.

Für das heurige Geschäftsjahr versprühten die Voest-Vorstände auf der Bilanzpressekonferenz am Freitag durchwegs Optimismus. Der Stahlmarkt habe sich preislich kräftig erholt, nicht einmal die US-Strafzölle auf Stahlprodukte könnten dem Aufwärtstrend im Markt mehr etwas anhaben. Nach der kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung und der konsequenten Ausrichtung in den Weiterverarbeitungsbereich hin zu ganzen Autokarosserien sieht Voest-General Franz Struzl nun keine Gefahr einer feindlichen Übernahme mehr. "Wir waren ein beliebter Übernahmekandidat. Wir sehen uns jetzt nicht mehr als Liebling der Konkurrenten. Die Übernahmegefahr ist nun bedeutend geringer, als wenn wir im reinen Stahlgeschäft geblieben wären."

Zukäufe in Bahnsparte

Nach einem Umsatz von rund 3,53 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet Struzl heuer einen Sprung auf vier Mrd. Euro. Weitere Akquisitionsprojekte im Bahnbereich, etwa die niederländische Railpro, stehen an. Beim Betriebsergebnis (Ebit) - im Rekordjahr 2000/ 2001 noch bei 258,3 Mio. Euro, im letzten Jahr dann auf 159,5 Mio. Euro geschrumpft - soll heuer wieder ein "deutlicher Zweier" davor stehen, auch wenn das Rekordergebnis nicht zu überschreiten sein werde.

Ruhe im Autosektor

In der zukunftsträchtigsten Sparte, dem Automobilzulieferbereich, sei heuer nach diversen Zukäufen eine "Ruhepause" nötig, um die neuen Firmen Polynorm (NL), Elmsteel (GB) und Matzner (D) zu integrieren und die Synergien auszuschöpfen.

Durch die Zukäufe werde sich der Umsatz in dieser Sparte heuer von 173 auf 600 Mio. Euro mehr als verdreifachen. Erstmals sei auch ein "nennenswerter" Ergebnisbeitrag aus dem automotiven Bereich in der Größenordnung von 25 bis 30 Mio. Euro zu erwarten, sagte Voest-Vizegeneral Wolfgang Eder. Das Konkurrenzverhältnis zum Autozulieferkonzern Magna werde sich verstärken. (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2002)

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