Der Ball und sein Spiel sind nun frei

7. Juni 2002, 19:23
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FIFA und EU einigen sich über Transfers

Die EU-Kommission stellte dieser Tage die letzten beiden Verfahren gegen die FIFA-Bestimmungen für den Spielertransfer ein, da die FIFA-Normen mittlerweile mit dem EU-Wettbewerbsrecht vereinbar sind. Außerdem stimmten die Brüsseler Kommissare dem UEFA-Entwurf neuer Vermarktungsregeln für die TV-Übertragungsrechte an der Champions League zu.

Der Reform der FIFA-Regeln für den Spielertransfer war 2001 ein Krisengipfel zwischen drei EU-Kommissaren, FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Chef Lennart Johansson vorausgegangen. Wettbewerbskommissar Mario Monti drängte die Fußballfunktionäre, die seiner Ansicht nach EU-rechtswidrigen Vorschriften zu ändern. Seit 1998 lagen in Brüssel Beschwerden von Betroffenen vor, die sich durch die Transferregeln in ihrer beruflichen Freizügigkeit beschränkt fühlten.

Das neue Reglement (seit Juli 2001) führte dazu, dass drei Beschwerden zurückgezogen wurden, die übrigen zwei wies die EU-Kommission nun zurück. Die beiden letzten Beschwerden richteten sich gegen das Verbot der einseitigen Vertragsauflösung durch den Spieler. Durch die neuen Transferregeln sieht Brüssel diese Frage nun gelöst. Demnach gibt es pro Spielzeit eine Transferperiode, dazu eine kurze inmitten der Saison. Dabei darf jeder Spieler höchstens einmal den Verein wechseln. Verträge müssen mindestens ein Jahr und dürfen höchstens fünf Jahre lang laufen, die Verträge von Spielern unter 28 dürfen drei Jahre, die älterer Spieler zwei Jahre lang nicht gekündigt werden.

Auch zur Sanktionierung von Fehlverhalten eines Spielers sind einseitige Vertragsauflösungen nur zum Ende einer Spielzeit zulässig. Ansonsten können einseitige Kündigungen zu einer finanziellen Entschädigung verpflichten.

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 8./9.6. 2002)

Jörg Wojahn aus Brüssel

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