2.500 Teilnehmer bei erster Homosexuellen-Parade in Jerusalem

7. Juni 2002, 18:24
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Orthodoxe kritisieren "Demonstration kranker Leute" - Zuschauer genießen "Hauch von Liberalismus" in konservativer Stadt

Jerusalem - Bei der ersten Homosexuellen-Parade in Jerusalem sind am Freitag rund 2.500 Menschen auf die Straße gegangen. Bei strengen Sicherheitsvorkehrungen zogen sie unter dem Motto "Liebe ohne Grenzen" mit Regenbogenfahnen und bunten Luftballons durch die Innenstadt. Bei der orthodoxen Bevölkerungsmehrheit der Stadt stieß die Parade auf Protest. Vereinzelt kam es zu Handgemengen zwischen Gegnern der Polizei und Gegnern der Veranstaltung.

"Das ist eher eine Parade der Schande als eine Parade des Stolzes", sagte Eli Simhijoff, ein Stadtrat der ultraorthodoxen Shas-Partei. Der Sprecher der Stadtverwaltung, Mosche Hummer, ein ultraorthodoxer Jude, sprach von einer "Demonstration kranker Leute". Die meisten orthodoxen Juden lehnen unter Berufung auf die Bibel Homosexualität strikt ab.

Bei den meisten Zuschauern stieß der Umzug hingegen auf Zustimmung. "Das ist großartig - ein Hauch von Liberalismus in Jerusalem", sagte der Schuhverkäufer Ruben Salamon. Die Organisatoren schätzten die Zahl der Homosexuellen in der 600.000 Einwohner zählenden Stadt auf 50.000. In Tel Aviv gibt es bereits seit mehreren Jahren eine Homosexuellen-Parade. (APA/AP)

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    Ein orthodoxer Jude versucht Teilnehmern der Parade Religionsutensilien zu verkaufen

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